VT 95 von Fleischmann mit Antrieb von SB-Modellbau

Freude am Fahren

Freude am Fahren - Dieser Werbeslogan aus der Autoindustrie soll fĂŒr Dynamik und Fahrspaß stehen. So lauten auch die Forderungen der Modelleisenbahner an die Hersteller ihrer Modellfahrzeuge

Der Schienenbus als “Retter der Nebenbahn”

Leider lassen einige Industriemodelle –auch aus neuester Produktion- noch WĂŒnsche offen. So störte mich das Fahrverhalten des ansonsten hervorragend gestalteten VT 95 von Fleischmann. Die Höchstgeschwindigkeit des Schienenbusses ist mit umgerechnet ca. 140 km/h bei 12 Volt zu hoch und die Wirkung der Schwungmasse zu gering, was sich in mangelnder Dynamik und zu kurzem Auslauf bemerkbar macht. Abhilfe bieten ein Umbausatz mit einem Faulhaber-Motor 1319 und Schwungmasse sowie ein elektronisches Auslaufmodul von SB-Modellbau aus Olching.

FĂŒr die Verbesserung der Fahreigenschaften benötigt man den Umbausatz und das Elektronik-Modul zur VerlĂ€ngerung des Auslaufs von SB-Modellbau

Motorisierung:  

Um dem neuen Antrieb mit Faulhaber-Motor und Schwungmasse den notwendigen Platz zu schaffen, mĂŒssen FrĂ€sarbeiten am Gußrahmen und an der Unterseite der Inneneinrichtung durchgefĂŒhrt werden. Ich habe fĂŒr diese Arbeit - mit einen KugelfrĂ€ser – eine knappe Stunde gebraucht. Die detaillierte und bebilderte Bauanleitung ist dabei sehr hilfreich. FĂŒr das Einkleben des Motors verwendete ich „Stabilit Express“von Pattex. Dieser Kleber ist spaltfĂŒllend, so daß leichte Unebenheiten, die beim FrĂ€sen entstehen, ausgeglichen werden. Möchte man diese Arbeiten nicht selber ausfĂŒhren, bietet SB-Modellbau die FrĂ€sarbeiten fĂŒr 64,00 DM oder den kompletten Einbau fĂŒr 144,00 DM an. Dazu muß der Fahrwerksrahmen mit Inneneinrichtung eingeschickt werden. Der Umbausatz (14044) kostet 111,85 DM.

Fahrversuche ergaben eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf ca. 106 km/h. Damit kommt man dem Vorbild, daß mit 90 km/h seine Höchstgeschwindigkeit erreichte, sehr nah. Der Faulhaber-Motor lĂ€uft ruckfrei und fast gerĂ€uschlos an. Der Auslauf steigert sich von 12 cm auf 46 cm. Diese Werte wurden ohne Beleuchtung ermittelt. Mit Beleuchtung bleibt die Geschwindigkeit gleich, wĂ€hrend sich der Auslauf auf 18 cm verringert. Hier hilft der Einbau eines Auslauf-Elektronik-Modules AEM-S (Best.-Nr. 81023) von SB-Modellbau. Die Höchstgeschwindigkeit steigt dann zwar auf ca. 118 km/h, jedoch verlĂ€ngert sich der Auslauf auf 40 cm.Der Einbau gestaltet sich einfach, denn das Modul lĂ€ĂŸt sich in der Toilette des Schienenbusses verstecken. Nur fĂŒr die KabelfĂŒhrung muß man Aussparungen in die Unterseite der Inneneinrichtung frĂ€sen. Des weiteren sind die Kontakte der Beleuchtung, die sich in der Toilette befinden, so zu verlegen, daß sie und das Modul Platz finden.

Verfeinerung:

Nach der Verbesserung der Fahreigenschaften könnte auch das Äußere des Fahrzeugs einige Verbesserungen vertragen. Ich habe dazu Signalhörner  auf dem Dach durch Weinert-Teile (Art.-Nr. 8971) ersetzt und die SpurkrĂ€nze der RadsĂ€tze abgedreht.

Beim Fleischmann-Antrieb (links) befindet sich die Schwungmasse im MotorgehĂ€use, wĂ€hrend sie beim SB-Antrieb voluminöser ist und außen auf der Welle sitzt

Das Auslauf-Elektronikmodul findet seinen Platz im Schienenbus-WC

Die Konturen des Fahrpults wurden durch farbliche Behandlung betont. Farben und FahrgÀste beleben den Innenraum.

Farbliche Behandlung und Verwitterungsspuren lassen das Fahrzeug realistischer erscheinen

Farbliche Behandlung: 

Die Inneneinrichtung habe ich mit dem Pinsel und matten Revell-Farben wie folgt behandelt: Die Sitze wurden blaugrau (Nr.79) lackiert, der Boden hellgrau (Nr.75), die InnenwĂ€nde ockerfarbenen (Nr.88) und die Fahrpultoberseite schwarz. Die Griffstangen auf den Sitzlehnen habe ich, ebenso wie die Armaturen und Kanten der Fahrpulte, silbern hervorgehoben. Mit ein paar Preiserlein werden die Arbeiten an der Inneneinrichtung abgeschlossen. Die Außenseiten des Schienenbusses behandelte ich mit der Spritzpistole. Das Fahrwerk erhielt an den Blattfeder und an der Magnetscheibenbremse einen Farbauftrag in „Leder“(1736) von Modell Master. Anschließend lasierte ich das ganze Fahrwerk mit aufgehelltem „Braun“ (Nr.85+Nr.15) von Revell. Die Kanten wurden mit einem ausgewischtem Pinsel in „Basaltgrau“ (Nr.77) hervorgehoben.

Der Wagenkasten erhielt, schrĂ€g von unten, einen lasierenden Farbauftrag in „Graphitgrau“ (Nr.78) von Revell und in „Leder“. Hierbei ist darauf zu achten, daß die FarbintensitĂ€t von unten nach oben abnimmt und die Aufschriften noch zu lesen sind. Die ScheibeneinsĂ€tze sollten vor dem Lackieren entfernt werden, damit sie nicht verschmutzen.Auf dem Dach wurden die Fugen und feinen Details mit dem Pinsel und stark verdĂŒnnten Schwarz hervorgehoben. Anschließend erhielt das gesamte Dach mit der Spritzpistole einen lasierenden, graphitgrauen Auftrag, der die Verschmutzung darstellt. Um die LĂŒfter herum wurde dieser Effekt mit etwas Schwarz verstĂ€rkt.

Zur Komplettierung des Fleischmann-Modells gehört auch das Elektrokabel zwischen Steuer- und Beiwagen

Entscheidend beim Aufbringen der Betriebsspuren ist, daß sie nicht aufdringlich oder ĂŒbertrieben wirken, sondern die Details und den Gesamteindruck des Modells unterstreichen. Dies bedeutet, daß nicht die Betriebsspuren, sondern das Modell im Vordergrund sein soll. Somit gilt: Weniger ist mehr !

Als besonderes Detail erhielt die Garnitur als Elektrokabel- verbindung eine geschwĂ€rzte Gummilitze von Weinert(Art.-Nr.7213). Der so verfeinerte Schienenbus VT 95 und sein Beiwagen VB 142 bringen neben einem realistischem Aussehen auch noch jede Menge Fahrspaß. 

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