GĂŒterBahn

Ladegut fĂŒr Rocos Samms 710

Der Samms 710 ist auch heute noch einer der wichtigsten und am zahlreichsten vorhandenen Flachwagen (Schwertransportwagen) seiner Gattung

Der Samms 710 ist aus der heutigen Bahnlandschaft nicht mehr wegzudenken. Als einer der wichtigsten und zahlreichsten Schwertransportwagen steht er durch seine stĂ€ndige PrĂ€senz jedem interessierten Modellbahner als Anschauungsobjekt zur VerfĂŒgung. Mehrere von Rocos H0-Modellen dieses Flachwagens habe ich verfeinert, mit Betriebsspuren versehen und beladen.

Stets wiederkehrende Arbeitsschritte bei der mechanischen und farblichen Behandlung von Modell und Ladegut wurden bereits in vorangegangenen BeitrĂ€gen (EK 10/96 und 5/97) ausfĂŒhrlich beschrieben; sie werden deswegen im Folgenden nur noch kurz angeschnitten.      Die Puffer habe ich gegen Weinerts ElefantenfĂŒĂŸe (Art.-Nr. 8594) ausgetauscht. Dazu genĂŒgt es die Kunststoffpuffer herauszuziehen und die Löcher auf 2,2 mm zu erweitern.FĂŒr neue Sockelplatten aus Messing ist leider zu wenig Platz vorhanden. Die Pufferbohlen erhalten Rangiergriffe aus 0,4 mm Messingdraht und das Wagenende ohne BremserbĂŒhne erhĂ€lt einen Rangiertrittnmit durchgeĂ€zter Standplatte (Art. 8690). Im ZurĂŒstbeutel findet man neben Rungenhaltern, Rungen StĂŒtzböcken, verschiedenen Ladeschwellen und BremsenhandrĂ€dern einen Spritzling mit ZurĂŒstteilen fĂŒr die Pufferbohlen. Da diese Teile jedoch fĂŒr die Pufferbohle einer Lock gedacht sind, lassen sich fĂŒr den Flachwagen nur die BremsschlĂ€uche nutzen. Wer es filigraner liebt, kann auch zu Weinerts Messinggussteilen (Art. 8290) greifen. Jedoch mĂŒssen die Leitungen fĂŒr den Fahrbetrieb gekĂŒrzt werden, sofern es sich nicht um einen Schlußwagen oder ein Vitrinrnmodell handelt. Zum Schluss montiere ich die StĂŒtzböcke, die Rungenhalter und die BremsenhandrĂ€der, erst spĂ€ter wĂ€hrend der farblichen Behandlung die Rungen und die Ladeschwellen.

Das schon “von Hause aus” gut gelungene Roco-Modell erhielt zusĂ€tzlich Verfeinerung von Weinert-Teilen und eine hervorragende Lackierung mit ĂŒberzeugenden Betriebsspuren

Farbliche Behandlung:

Zu Beginn werden die zugerĂŒsteten Teile und die Vertiefungen fĂŒr die Schwellen im Ladeboden mit mattschwarzem Lack gespritzt. In die Fugen des Ladebodens lasse ich stark verdĂŒnntes Schwarz laufen. Mit einem ausgewischten Pinsel werden die Strukturen der Bretter erst mit “Ocker” (Revell 88) und dann mit “Beige” (Revell 89) betont. Die Ösen und Rungenbefestigungen hebe ich ebenfalls mit einem ausgewischtem Pinsel hervor und verwende dazu “Leder” von Modell Master (1736), einen schmutzigen, alten Rostton. Die entsprechenden Ladeschwellen - fĂŒr den aufgeklappten oder versenkten Zustand - lackiere ich vor der Montage erst unregelmĂ€ĂŸig mit “Leder” und bestreiche sie dann mit verdĂŒnntem Schwarz. Nun mĂŒssen noch die Bremsen- und Lasthebel sowie der Zettelhalter farblich behandelt werden. Die Rungen setze ich ein, bevor das Chassis seine Betriebsspuren erhĂ€lt. Als lasierenden Farbauftrag spritze ich von unten nach oben erst “Leder” und dann “Graphit” (Revell 78) Auch hier der Hinweis: Die Beschriftung muß lesbar bleiben! An den Fahrwerken werden zuerst die Achsnaben schwarz lackiert. Mit “Leder” und ein wenig zum Orange hin tendierendem “Braun (Revell 85) hebe ich die Blattfedern hervor. Gleichzeitig wird das gesamte Fahrwerk in diesem Ton lasiert. Anschließend erhalten die Achsnaben einen Tropfen verdĂŒnntes Schwarz. Anschließend werden sowohl die Kanten des Chassis als auch die der Fahrwerke mit  ausgewischtem Pinsel mit “Basaltgrau” hervorgehoben. DafĂŒr benutze ich einen kleinen, weichen Katzenzungenpinsel. Die ReibflĂ€chen der Pufferteller nlassen sich mit einem -sofort wieder abgewischten- hellgrauen Tupfer imitieren. So behandelt kommt der Flachwagen dem Vorbild nĂ€her. Auch bei diesem Flachwagen fand ich meine Anregungen fĂŒr die Beladungen im “Ruhrrevier”.

Mit einer Kombination von Spritzpistole und Pinsel lassen sich Verwitterungsspuren am einfachsten und besten darstellen.

Nur wenig Material wird fĂŒr die dicken Metallblöcke (Brammen) benötigt: Kunststoffplatten von Busch und etwas Emaillelack

Die Kanten werden sauber geschliffen und die Struktur der SeitenflÀchen mit silbernem Lack etwas streifig hervorgehoben.

Sogar im Modell wirken die dicken Stahlbrammen wuchtig und schwer

Ladegut Brammen

Es handelt sich um zwei verschiedene Walzformate fĂŒr Eisen- und Stahlprodukte - Rohbrammen und Stranggußstangen. Die Vorbildfotos stammen aus MĂŒhlheim a. d. Ruhr, wo Mannesmann die Weiterverarbeitung durchfĂŒhrt. Die als Brammen bezeichneten dicken Metallblöcke sind das Ausgangsmaterial fĂŒr Bleche. Einzeln liegend werden sie ohne Ladehölzer transportiert. Nur zwischen ĂŒbereinander gestapelten Platten findet man Abstandshölzer. Als Grundlage verwende ich wieder Busch-Kunststoffplatten (Art. 7203). Um die massige Dicke des Vorbildes zu erreichen, klebe ich mit Kunststoffkleber je eine 0,9 mm und 1,4 mm dicke Platte aufeinander. Zuvor habe ich die Platten mit einem Bastelmesser auf 20 x 38 mm zugeschnitten. Die Flanken werden auf einem Bogen Schmirgelpapier von 240er Körnung, der auf einem ebenen Brettchen verklebt ist, glattgeschliffen.

Die Pufferbohle erhielt Rangiergriffe, BremsschlĂ€uche, Kupplungsimitation, Rangiertritt und “ElefantenfĂŒĂŸe” von Weinert

Ladegut Stranggußstangen, aufgenommen in MĂŒhlheim-Styrum auf den Gleisen der Werkzufahrt von Mannesmann. Das Vormaterial fĂŒr nahtlos gezogene Rohre ist 18 cm dick und außer in der NormlĂ€nge von 14 Metern in verschiedenen StĂŒcklĂ€ngen geschnitten.

Danach lackiere ich die Platten erst mit “Silber” (Revell 90) und dann lasierend bis deckend “Basaltgrau” (Revell 77). Die Verwitterungsspuren werden aus einer Kombination von Pinsel und Spritzpistole aufgebracht. Wie im Beitrag 5/97 “Stahltransporter” bereits beschrieben, benutze ich stark verdĂŒnnte Farben (“Weiß”, “Schwarz”, “Braun” und “Leder”), die ich mit dem Pinsel auftrage; zum anderen lackiere ich diese Farben lasierend mit der Spritzpistole. Einer besonderen Behandlung unterziehe ich die Kanten der Platten: Mit einem kleinen grobborstigen Pinsel und etwas “Silber” werden senkrecht zur Platte feine Streifen aufgestrichen. Sie sollen die groben GußrĂ€nder der Platten darstellen. Verladeziffern, aufgebracht mit weißer Tusche und dem Isographen 0,18 von Rotring, runden die farbliche Gestaltung ab. Nun können die Brammen einzeln oder mit Furnierstreifen als Ladehölzer dazwischen verladen werden.

Stranggußstangen

Sie sind das Vormaterial fĂŒr nahtlos gezogene Rohre und haben einen Durchmesser von 180 mm, also in HO 2,07 mm. Neben der NormlĂ€nge von 14 m wurden je nach Bedarf auch andere LĂ€ngen geschnitten. Als Material fĂŒr die Nachbildung gibt es StĂ€be aus Holz, Aluminium und Kunststoff. Ich habe mich fĂŒr BuchenholzstĂ€be mit einem Durchmesser von 2 mm (knapp 60 Pfennige per Meter) entschieden. Das Buchenholz hat eine poröse OberflĂ€che, womit sich die Sinterungsspuren auf den Stangen besser darstellen lassen. Ich habe die LĂ€ngen der Stangen beim Vorbild geschĂ€tzt und danach drei verschiedene LĂ€ngen gefertigt.: die NormlĂ€nge mit 16,1 cm sowie zwei kurze Stangen von 4,6 und 2,3 cm. Die langen Normstangen werden zu Paketen mit 20 Stangen verladen - eine Lage von 13 und in der zweiten Lage sieben einzelne; die Vier-Meter-Stangen zu sechs Paketen mit je 15 Stangen haben Lagen von 6, 5 und 4 StĂŒck; die Zwei-Meter-Stangen haben sieben Pakete mit je 30 Stangen in mehreren Lagen. Aber auch andere Kombinationen sind möglich.

Altern der StĂ€be                                                                                                                                    Die StĂ€be werden mit einer feinen HolzsĂ€ge zugeschnitten und lagenweise zusammengeklebt, am besten mit Sekundenkleber, weil dies am schnellsten geht. Die farbliche Behandlung erfolgt lagenweise, zuerst deckend mit “Silber” und dann lasierend bis deckend mit “Basaltgrau”. Dann werden die Lagen zu Paketen verklebt. Um den Fugen zwischen den Stangen nach dem Verkleben mehr Tiefenwirkung zu geben, lasse ich verdĂŒnntes Schwarz in die Fugen laufen. Nun folgen die Verwitterungsspuren mit der Spritzpistole, wieder lasierend bis deckend und vorwiegend mit dem rötlicheren Rostton von Revell (“Rost” 83) und “Leder”. Mit wenig brauner Farbe an der Pinselspitze habe ich dann einzelne Rostpunkte auf den StĂ€ben markiert. Zuletzt erhalten die Stangenenden silberne “Schnittstellen”.

Im Modell entstehen die Stranggußstangen aus 2 mm dicken BuchenholzstĂ€ben

Die Arbeitsschritte vom HolzstĂ€bchen bis zum fertigen “Stangenpaket” mit den dezent aufgetragenen Farben

AblÀngen der Kunststoffprofile mit Hilfe von Fohrmanns Schneidlade und Verkleben der Lagerhölzer

Das fertige “schwere” Ladegut - gekonnt lackiert und mit ĂŒberzeugenden Verwitterungs- und Rostspuren sowie den silbernenSchnittstellen an den Enden.

Stangenpakete auf Lagerhölzern, verzurrt mit Letraset-Klebeband und roten VerschlĂŒssen

Sollten die Verwitterungen etwas ĂŒbertrieben ausgefallen sein, kann man sie mit einem Glasfaserstift vorsichtig abschwĂ€chen, solange die TransportbĂ€nder noch nicht angebracht wurden. Die TransportbĂ€nder  aus 0,5 mm breitem schwarzen Klebeband von Letraset erhalten einen etwas breiteren “Verschluß”, der rot lackiert wird. Die Arbeiten an den Stranggußstangen sind nun abgeschlossen, jedoch fehlen noch die passenden Verladehilfen - die Ladebohlen. Sie lassen sich leicht aus Kunststoffprofilen herstellen. Von einem 1 x 2 mm Flachprofil werden 33 mm lange StĂŒcke und von einem 2 mm Dreieckprofil werden 2 mm lange StĂŒckchen benötigt. FĂŒr das AblĂ€ngen der Profile ist die Mini-Schneidelade von Fohrmann (Art. 90908) sehr hilfreich. Die Teile werden nach dem Verkleben holzfarben gespritzt. Nun werden die Stranggußstangen den Ladevorschriften entsprechend verladen, und der Bastler kann sich ĂŒber eine weitere abwechslungsreiche Beladung freuen.

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