Morgens um halb Zehn in Deutschland

Sie lädt zum Verweilen und Ausspannen ein, die „Bw-Bank ohne Lehne“ von KoTol.

Der Bausatz besteht aus einem geätzten Neusilberblech. Zum Verlöten verbleiben die Planken der Sitzfläche am Blechrahmen.

Da beim Auflöten der Planken die ansonsten konkav angelegte Sitzfläche flachgedrückt wird, ist sie nach dem Verlöten wieder zurück zu biegen.

Nach dem Grundieren werden die Bretter der Sitzfläche holzfarben lackiert, während die Standbeine mit einem feinen Pinsel schwarz abgesetzt werden.

Mit ihrer Bw-Bank hat die Kleinkunstwerkstatt von Mario Koch wieder einen wunderschönen Ausstattungsgegenstand geschafften, der auf den zweiten Blick noch eine Überraschung offenbart. Was dies ist zeigt dieser Beitrag.

Unsere Modellbahnwelt lebt von den alltäglichen Kleinigkeiten, die eine Szene authentisch wirken lassen. Eine solche Kleinigkeit ist die Bw-Bank von KoTol aus Berlin. Beim Vorbild treten sie gegenüber den vielen anderen sehenswerten Dingen in einem Betriebswerk oder an einem Güterschuppen schnell in den Hintergrund. Umso schöner, wenn sich dann ein Kleinserienhersteller diesem Detail annimmt und es vorbildgerecht ins Modell umsetzt.

Mario Koch bietet die Bank als Bausatz oder als Fertigmodell an. Für den Bausatz (87-420-0), der gleich zwei Bänke enthält, fallen 2,50 Euro an, während eine fertige Bank (87-420-1) nur 3,95 Euro kostet. Diese Preisangaben verstehen sich, wie bei allen Artikel aus dem Hause KoTol,  zuzüglich den Versandkosten.

Der Bausatz besteht aus einer geätzten Neusilberplatine mit o,3 mm Dicke. In dieser Platine sind zwei Bänke enthalten. Eine Bank besteht aus je zwei Beinen und vier Planken für die Sitzfläche. Die oben angesprochene Überraschung sind die profilierten Beine. Sie sind so geätzt, dass sie der Nachbildung von Winkelprofilen entsprechen. Des Weiteren sind die Beine im Bereich der Sitzfläche nicht gerade, also später waagerecht, sondern leicht nach unten gewölbt. Das Mario Koch diese beiden kaum sichtbaren Details auch umgesetzt hat, spricht für seinen sensiblen Umgang in der Umsetzung des Vorbilds.

Der Zusammenbau geht, nicht zuletzt aufgrund der detaillierten Baubeschreibung, schnell vonstatten. Am Rande sei nur bemerkt, dass beim Auflöten der Beine die zuvor angesprochene Wölbung gerade gedrückt wird und vor dem Lackieren wiederhergestellt werden muss. Dazu wird ein feines Kunststoffprofil – o,25 x 1,o mm – mit Klebeband auf der Arbeitsunterlage fixiert. Darauf wird die Bank mit der Oberseite nach unten gelegt. Nun drückt man mit den Spitzen zweier Pinzetten die Beine in den Ecken nach unten und stellt so die Wölbung wieder her.

Im Rahmen der farblichen Gestaltung wurde die Bank zunächst mit Weinerts Haftgrund (2698) lackiert. Danach erfolgt eine holzfarbene Lackierung mit der Farbe von Model Master (1735). Mit einem Pinsel wurden die Beine mit dünnem Schwarz (Revell 8) eingefärbt. Verdünntes Schwarz auf der Sitzfläche und einige Rostspuren an den Beinen unterstreichen den Eindruck, dass die Bank schon einige Zeit in Benutzung ist.

Nun braucht die Bank nur noch in einer Szene aufgestellt zu werden und schon spendet sie einem erholungsbedürftigen Bw-Mitarbeiter ein Ruhelager. Dabei muss es auch nicht immer „halb Zehn in Deutschland“ sein… 

Nicht nur im Bahnbetriebswerk, sondern auch an Güterschuppen und sonstigen Bahneinrichtungen oder in Betrieben können die kleinen Bänke aufgestellt werden.

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