„Und wieder wird in die Hände gespuckt…“

Auch wenn der Name verpflichtet, so sind nicht alle Artikel des Kleinserien-herstellers BAVARIA nur für die Länderbahnzeit und ausschließlich die südlichen Gefilde geeignet. Für die Gestaltung des Güter-schuppens oder des Fabrikhofes stellen wir nun drei Handkarren vor, die bis weit in die Epoche III anzutreffen gewesen wären.

Drei auf einen Streich - Mit LadegĂĽtern von KOTOL und Preiser sind hier die drei Handkarren von BAVARIA in Szene gesetzt.

Auf der Suche nach rationelleren Arbeitsweisen beim Umschlag von Gütern, wurden früh Handkarren in jeder nur erdenklichen Art eingesetzt. Ähnlich dem Prinzip der Bahn, wurden sie mit Gütern beladen, um dann mit einer Fahrt mehrere Einheiten gleichzeitig zu transportieren. Durch die Anwendung des Hebelgesetzes bei den unterschiedlichen Konstruktion war man so in der Lage auch schwere Frachten kraftsparend über kurze Strecken zu befördern. Die heute als nostalgisch abgewerteten Transportmittel wurden erst verdrängt, als der Gabelstapler seinen bislang ungebrochenen Siegeszug antrat.

Der Bausatz von Bavaria

Bereits im April auf der Intermodellbau in Dortmund am Stand von Birgit und Jörg Kebbel (Bavaria, Brunnauer Weg 44 in 91154 Roth) entdeckt, haben wir den Bausatz von zwei Sackkarren und einem Handkarren erworben. Unter der Artikelnummer 10.13 erhält man für 8,00 € eine Messingätzplatine mit den drei Modellen.

Aus einem zweidimensionalen Messingblech werden in wenigen Minuten drei interessante Modelle.

Aus dem 0,25 mm dicken Messingblech werden zunächst die einzelnen Bauteile vorsichtig herausgelöst. Die beiden Sackkarren bestehen jeweils aus zwei Wangen und zwei Teilen als Ladefläche. Diese mĂĽssen im Verlauf der Wangen gebogen werden. Wie es bei „Holzteilen“ ĂĽblich ist, genĂĽgt es diese Teile miteinander zu verleimen, jedoch sollte man in diesem Falle auf Sekundenkleber zurĂĽckgreifen. FĂĽr die nach der farblichen Gestaltung einzusetzende Achse mit den Speichenrädern benötigt man noch ein kurzes StĂĽck o,6 mm Messingdraht aus eigenen Beständen. Die kleinen Ă–sen werden als Radnarbe auĂźen auf die Achse gesteckt. Bei dem Handkarren sind zunächst die beiden Ladeflächen, mit der Holzmaserung nach auĂźen, gegeneinander zu verkleben. Auf der Seite mit den Aussparungen – Unterseite - wird der gleichgroĂźe Rahmen geklebt. Durch das Zusammenkleben ergibt sich so eine – dreilagige - dem Vorbild entsprechend dicke Ladefläche.

Die Grundfarbe bildet „Holz“ von Model Master, während die Stahlteile dunkelgrau lackiert werden. Die Laufflächen der Räder sind silbern abgesetzt.

Damit die beiden Achsträger eine dazu passende Dicke aufweisen, werden diese Bauteile aus zwei spiegelbildlichen Bauteilen durch das Falten um 180° und gleichzeitiges Verkleben hergestellt. Vor dem Verbinden mit dem Ladeboden, sollten die auch wiederum jeweils aus zwei Bauteilen bestehenden Räder angepasst werden. So sind die Achsen zu befeilen und / oder die Achsnarben vorsichtig aufzureiben. An der vorderen, drehbaren Achse ist die Deichsel in zwei um 90° zu verdrehende Ösen einzustecken. Danach können die Achsträger an den Ladeboden geklebt werden.

Die farbliche Gestaltung

Vor der farblichen Gestaltung steht das Entfetten und Grundieren der Modelle. Als Grundfarbton fĂĽr die Holzteile wurde die Farbe „Holz“ von Model Master verwendet. Die Eisenteile – Räder und Achsen der Sackkarren / Drehachse und Deichsel des Handkarrens – erhielten eine dunkelgraue Lackierung. Leichte Betriebsspuren und das Zusammensetzen der einzelnen Baugruppen schlieĂźen die Arbeiten ab.

Nun können die verschiedensten Güterabfertigung oder Ladeszenen bis tief in die Epoche III nachgestellt werden. Und wer die Bastelei übergehen und sein Modell direkt in den Einsatz schicken möchte, kann auch auf die seit kurzem angebotenen Fertigmodelle unter der Artikelnummer 10.13.1 für 29,00 € bei den Kebbel´s im Direktvertrieb erstehen.

Durch die Ausnutzung des Hebelgesetzes können auch schwerere Lasten nahezu mühelos transportiert werden.

Die Handkarre eignet sich auch fĂĽr schwere und sperrige GĂĽter, die nun nicht mehr angehoben, sondern nur noch gezogen werden mĂĽssen.

Eine der beiden Sackkarren aus dem Kleinbausatz (Art.-Nr. 10.13) von Bavaria, der aus zwei Sackkarren und einer Handkarre besteht.

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