Handhebeldraisine von Weinert

ÔÇ×Jetzt wird wieder in die H├Ąnde gespuckt...“

Um eine entlegene Gleispassage ohne ein Triebfahrzeug erreichen zu k├Ânnen, war fr├╝her meist ein beschwerlicher Fu├čmarsch von N├Âten. Da stellte eine Handhebeldraisine  eine, wenn auch kraftzehrende, aber dennoch beliebte Alternative dar.

Von staunenden Kinderaugen verfolgt, treten die M├Ąnner ihre Fahrt auf einer Handhebeldraisine an.

Die Entstehung der Handhebeldraisine ist auf die Erfindung ihres Namensgebers, dem Freiherr Drais von Sauerbronn, Anfang des 19.Jahrhundert zur├╝ck zu f├╝hren. Aus dem urspr├╝nglich erfundenen Schiebe- oder Tretrad entwickelte sich ein Schienenfahrzeug, welches ├╝ber eine Wippe mit einem antreibenden Exzehnter fortbewegt werden konnte. Zun├Ąchst befand sich diese Wippe vor dem K├Ârper und musste weggedr├╝ckt bzw. herangezogen werden. Um die K├Ârperkr├Ąfte (und zus├Ątzlich das K├Ârpergewicht!) noch effizienter einsetzen zu k├Ânnen, ├Ąnderte man die Konstruktion in der Form, dass die Wippe auf und ab bewegt werden musste. So entstand die Handhebeldraisine, die wir heute in verschiedenen Varianten kennen.

Der Weinert-Bausatz

Unter der Artikelnummer 3398 bietet Weinert Modellbau (www.weinert-modellbau.de) eine Handhebeldraisine im Ma├čstab 1:87 an. Der Bausatz besteht aus wenigen Messingteilen, die an zwei Gussarmen verteilt sind. Um diese abzutrennen sollte eine Trennscheibe eingesetzt werden, damit sich die filigranen Teile nicht verziehen. Nach dem S├Ąubern der Ang├╝sse kann der gewohnt passgenaue Bausatz problemlos montiert werden. Lediglich die kreisrunden Aussparrungen am Getriebe (Teil 10) sind mit einem zylinderf├Ârmigen Fr├Ąskopf ein wenig aufzuweiten, da dieses Teil erst nach dem Lackieren und der Montage der Achsen eingeklebt wird. Um der sp├Ąteren Belastung durch einem oder mehreren Preiserlein stand zu halten, gen├╝gt es den Bausatz mit handels├╝blichem Sekundenkleber zusammen zu setzen.

Handhebel-Draisine Typ ÔÇ×Freund HH47“ der DDS (Deutsche Draisinen Sammlung) in Bad Nauheim – Foto: Stefan John

W├Ąhrend der Haftgrund und die Grundfarbe mit der Spritzpistole aufgebracht werden, sind die Holzteile mit dem Pinsel abzusetzen.

Da die Draisine zumeist als Standmodell in der Modellwelt zu finden sein wird, ist das Verl├Âten der Bauteile wie hier nicht von N├Âten.

Der Komplettbausatz von Weinert-Modellbau besteht aus wenigen, sehr fein strukturierten Messinggussteilen.

Auch ohne Betriebsspuren und Besatzung macht das Modell eine gute Figur.

Da das Modell wahrscheinlich mehrfach von Hand umgesetzt wird, empfiehlt es sich zun├Ąchst einen Haftgrund (Weinert 2298) aufzubringen, bevor die farbliche Behandlung erfolgt. So werden der Rahmen und alle tragenden Teile schwarz (RAL 9005-Weinert 2645) lackiert, w├Ąhrend das Holz mit einem Gemisch aus Ocker (Revell 88) und Beige (Revell 89) mit dem Pinsel abgesetzt wird. Die Radreifen sind nat├╝rlich silbern (Revell 90) zu lackieren. Nach dieser Gestaltung ist das Model dem Alter und der Pflege des Personals entsprechend - mehr oder weniger mit Betriebsspuren zu versehen. Danach kann schon zur ersten Fahrt auf den Modellgleisen aufgebrochen werden.

Nicht nur f├╝r die dienstlichen Belange...

...sondern auch f├╝r den Sonntagsausflug oder das erste Rendezvous wurde so manche Draisine genutzt!

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