“Hab mein Wagen voll geladen...”

Ein schönes und vor allem nützliches Ausstattungsdetail – der leicht zu bauende, zweirädrige Gepäckwagen von Weinert Modellbau, erhältlich in den Baugrößen N, TT, HO und O

Der Kleinserienhersteller Weinert Modellbau ist bekannt für seine excelenten Lokomotivmodelle. Aber auch im Zubehörbereich sind Birgit und Rolf Weinert sehr emsig und stellen ständig neue Modelle vor. Eines dieser Ausstattungsgegenstände ist Inhalt dieses Beitrages.

Lange Zeit bevor die motorisierten Karren oder Gabelstapler zur Verfügung standen, aber auch noch einige Zeit danach, waren sie ein willkommenes Hilfsmittel – die zweirädrigen Gepäckkarren. Sie wurden sowohl im Gepäck- als auch im Güterverkehr, eingesetzt. Auf ihrer relativ großen Ladefläche konnte eine nicht unerhebliche Anzahl von Gegenständen transportiert werden. Durch eine geschickte und vor allem ausgewogene Beladung reduzierte sich das Gewicht auf den Haltegriffen auf ein Minimum, sodass nahezu die ganze Kraft für die Fortbewegung genutzt werden konnte.

Diese nützlichen Hilfsmittel hat Weinert ins Modell umgesetzt. Die als Bausatz angebotenen Karren werden in vier Spurgrößen angeboten. So erhält man neben dem H0-Modell mit der Nummer 3214, auch eine N-Ausführung (6933), eine Ausführung in TT (5826) und eine in Spur 0 (2557). Die Bausätze sind im gut sortierten Fachhandel zu beziehen.

Einige Exemplare waren auch im Postdienst anzutreffen...

Der Modellbau

Der Bausatz besteht aus einem geätzten Messingblech mit 0,3 mm Dicke, welches nahezu alle Bauteile enthält. Lediglich ein kurzer Messingdraht mit 0,5 mm Durchmesser ist zusätzlich für die Nachbildung der Achse beigefügt. Bevor das Modell zusammengefügt wird sind alle Bauteile vorsichtig mit einer Hautschere aus dem Blech zu lösen und die Verbindungsstellen zu versäubern. Dann beginnt man die Tragkonstruktion, laut der in der Bauanleitung dargestellten Skizze, mit einer Flachzange zu biegen. Hier ist es wichtig, dass die Biegenuten innen liegen. Einzige Ausnahme: Die Begrenzungsbügel für die Ladefläche, die nach oben gebogen werden. Begonnen wird mit den Seitenteilen. Diese sind  rechtwinklig abzubiegen. Dabei sollte eine Flachzange die Konstruktion, die später unter der Ladefläche ist, fassen, da sich so die seitlichen Profile nicht verbiegen können und die Ladefläche später plan aufliegt. Der vordere und hintere Begrenzungsbügel der Ladefläche wird zuletzt aufgebogen, um in der Zwischenzeit das Modell noch mit der Oberseite ungehindert auf eine Arbeitsunterlage auflegen zu können. Denn so kann man an dem Untergestell den kleinen Verbindungssteg an den hinteren Absetzbügeln leichter anlöten und die Öffnungen für die Achse überprüfen. Gegebenenfalls sind die Löcher für die Achse mit einer Reibahle leicht aufzuweiten. Sodann bereitet man die Räder und die Achse vor. Dazu werden immer zwei Radnachbildungen mit Sekundenkleber zu einem Rad aufeinander geklebt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Speichen deckungsgleich sind. Am besten legt man ein Rad auf eine Holzunterlage, bestreicht es mit Sekundenkleber und spießt dann eine Nadel, auf die das andere Rad bereits aufgesteckt ist, in die Achsöffnung. Bevor der Kleber abgebunden hat, sind die Speichen mit Hilfe einer spitzen Pinzette deckungsgleich zu verschieben und dann die Räder aufeinander zu drücken. Anschließend sind die Laufflächen noch mit Nitrospachtel zu glätten und zu befeilen. Für die weiteren Arbeitsschritte kann nun bereits ein Rad auf den 0,5 mm dicken Draht - die Achse - geklebt werden. Sodann ist die Achse einzupassen und entsprechend abzulängen. Das zweite Rad kann erst nach dem Lackieren, bei der Fertigmontage, aufgeklebt werden.

Die einzelnen Details, wie die Handgriffe, die Ladefläche und die Lauffläche der Räder werden farblich abgesetzt.

Die Farbgebung

Die dünnen Teile des Bausatzes bestehen aus geätzten Messingblechen, die erst vorsichtig herauszutrennen und dann zu versäubern sind.

Im nächsten Arbeitsschritt folgt die farbliche Behandlung der Bauteile. Diese sind jedoch erst zu entfetten und dann zu grundieren. Hier wurde die Grundierung (2698) von Weinert aufgetragen. Die farbliche Gestaltung kann nach eigenem Geschmack durchgeführt werden. In Anlehnung ans Vorbild wurde hier je nach Einsatzort „Goldgelb“ (RAL 1004 / Weinert 2603), „Blau“ (RAL 5016 / Weinert 2622) oder „Grau“ (RAL 7023 / Weinert 2637) verwendet. Die Ladefläche ist holzfarben (Modellmaster „Wood“ 1735) zu lackieren, während die Laufflächen der Räder, und je nach Geschmack eventuell auch die Achse, silbern (Revell 90) abgesetzt werden. Nach einer entsprechenden Trocknungszeit können noch leichte Verwitterungsspuren aufgebracht werden. Dann ist die Ladefläche aufzukleben, die Achse einzuführen und das „freie“ Rad auf die Achse zu kleben. Damit sind die Arbeiten abgeschlossen und das Modell ist fertiggestellt.

Auf der Modellbahn können die nützlichen Helfer an verschiedenen Stellen eingesetzt werden. Während sie meistens auf Bahnsteigen zu finden waren, können sie sich auch bei der Güterabfertigung oder sogar im Postbereich nützlich machen. Dank der durchdachten Konstruktion und der wenigen Bauteile, lässt sich das Modell leicht und vor allem in kurzer Zeit fertig stellen. Zudem spricht die voll funktionsfähige Konstruktion durch ihre filigrane Erscheinung an. Mit einer ansprechenden Beladung in einer geschäftigen Szene arrangiert, bereichern sie jede Modellwelt.

Zum Abbiegen der Seitenteile wird die Flachzange angesetzt. Die Räder spießt man beim Verkleben auf eine Nadel und richtet die Speichen mit einer Pinzette aus.

Zur Kontrolle und um unnötige Nacharbeiten zu vermeiden ist es ratsam die einzelnen Bauteile vor dem Lackieren einmal zusammen zu fügen.

Nach der Reinigung und Grundierung können die Karren mit Weinert Farben neben blau und gelb auch grau lackiert werden.

Auch im Güterverkehr waren sie eine große Hilfe, die filigranen und exellent gestalteten Gepäckkarren von Weinert Modellbau.

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