GĂŒterBahn

Stahltransporter

Als direkter Nachbar des Ruhrgebietes schaue ich dem Vorbild im „Revier“ gerne und viel auf die Gleise, besonders dort, wo die Montanindustrie mit ihren Eisen- und Stahltransporten die Eisenbahnlandschaft prĂ€gt. Stahlplatten auf MĂ€rklins Ssym 46 sind das Thema meines heutigen Beitrages.

Der Flachwagen SSym 46

Das Vorbild wurde 1942 zum erstenmal in Dienst gestellt und dient dem Transport sperriger und schwerer GĂŒter. Die WagenbrĂŒcke besteht aus zwei fischbauchĂ€hnlichen LĂ€ngstrĂ€gern, die zu den Enden hin schrĂ€g auslaufen. Der Belag ist aus starken Kiefernbohlen hergestellt. Das BremserbĂŒhnengelĂ€nder ist absenkbar; der Wagen verfĂŒgt ĂŒber acht Rungen aus I-TrĂ€gern. Das Fahrwerk besteht aus zwei 3-achsigen Drehgestellen der geschweißten Bauart 928. Insgesamt sind nur 269 Wagen gebaut worden. Als Modell erschien der Flachwagen 1994 in Reichsbahnbeschriftung von MĂ€rklin (Art.-Nr. 4867). In DB-AusfĂŒhrung, Epoche  4, wird das sehr gut gelungene Modell leider nur als limitierte Sonderpackung, zwei Wagen mit Beladung (Art.-Nr. 48661) zum recht hohen Preis von fast 150 Mark angeboten. Beschriftungen fĂŒr die Epoche 3 gibt es von Gaßner. Der Rahmen des Modell ist aus Metall gefertigt

Dabei ist der LĂ€ngstrĂ€ger mit seinen Details wie Zettelhalter und Bremsstellhebel recht ordentlich nachgebildet - wenn auch nicht so scharfkantig wie bei einer KunststoffausfĂŒhrung. Die Drehgestelle, die Kurzkupplungskinematik, die HandrĂ€der der Feststellbremse, der Holzbelag und die Rungen bestehen aus Kunststoff.

Dem Vorbild abgeschaut: Das MĂ€rklin-Modell des Schwertransportwagens Ssym 46 mit Stahlplattenbeladung

Mechanische Bearbeitung

Zuerst wird das Modell in seine Einzelteile zerlegt. An ZurĂŒstteilen fĂŒr die Pufferbohlen werden vier Rangiergriffe aus o,4 mm Messingdraht und ein Rangiertritt (Weinert 8690) benötigt. Auf die Nachbildung der Orginalkupplung und der BremsschlĂ€uche muss man im Hinblick auf einen störungsfreien Betrieb verzichten. Die “Ösen”, die sich an den Wagenenden unter den LĂ€ngstrĂ€gern befinden, habe ich mit einem o,9mm Bohrer aufgebohrt und mit einer Vierkantfeile nachgearbeitet. Das lĂ€ĂŸt die Ösen plastischer erscheinen. Soll das Modell in der Reichsbahn-AusfĂŒhrung bleiben, sind nun nur noch die zugerĂŒsteten Teile farblich anzupassen.

Beschriftung

Zur Beschriftung in der DB-Epoche 3 wird der Beschriftungssatz G 333 von Gaßner, Taufkirchen, benötigt. Mit einem Glasfaserpinsel habe ich zuerst die vorhandene Beschriftung entfernt und dann die LĂ€ngstrĂ€ger schwarz glĂ€nzend lackiert. Auf der glatten FlĂ€che des Glanzlacks haftet die Beschriftung besser und es können sich keine LufteinschlĂŒsse unter der TrĂ€gerfolie der Abziehbilder bilden. Schwierig ist das Anbringen der Bremserecken. Wegen der Profile der LĂ€ngstrĂ€ger habe ich mich auf halbierte Ecken auf den Pufferbohlen beschrĂ€nkt und diese auf den LĂ€ngstrĂ€gern mit weißer Farbe ergĂ€nzt. Mit dem Gaßner-Weichmacher wird das Anbringen der Abziehbilder erleichtert. Anschließend habe ich dem Modell mit einem matten KlarlackĂŒberzug den Glanz genommen und so auch gleichzeitig die Beschriftung geschĂŒtzt. 

zunÀchst ist das Modell in seine Einzelteile zu zerlegen

Aufbahren der Ösen unter den LĂ€ngstrĂ€gern und ZurĂŒstung mit Weimert-Tritt und Rangierhilfen

Das Aufbringen der Gaßner-Beschriftung bedarf nur weniger Hilfsmittel

Die vier Arbeitsschritte: ZurĂŒstung, Lackierung, Beschriftung und Verwitterung

ausgestrichenem Pinsel und “staubgrauer” Farbe. Wichtig ist, daß hierbei kaum noch Farbe am Pinsel ist, so daß beim DarĂŒberstreifen die Farbe wirklich nur an die Kanten gelangt.    Beim MĂ€rklin-Modell ist der Bodenbelag einfach glatt und ohne Holzmaserung nachgebildet. Die fehlende Struktur habe ich mit einem Stahldrahtpinsel eingeritzt. Danach wurden die Bretterfugen und die Strukturen der Maserung mit verdĂŒnntem Schwarz eingefĂ€rbt und nach dem Trocknen mit Ocker (Revell 88) oder Beige (Revell 89) - wiederum mit ausgewischtem Pinsel - betont. Im gleichen Verfahren erhalten die Befestigungen der Lagerbohlen ihr rostiges Aussehen mit „Leder“ oder „Braun (Revell Nr.85). Nach dem ZuseidenglĂ€nzender schwarzer Farbe behandelt, um die Fettverschmutzung an diesen Stellen vorzutĂ€uschen. Zur Andeutung der Druckstellen bekommen die Pufferteller einen kleinen weißen Farbtupfer, den man sofort wieder mit einem WattestĂ€bchen verwischt. Damit ist die Behandlung des Wagenmodells abgeschlossen und wir wenden uns der Beladung zu.sammenbau des Wagens wurden die PufferstĂ¶ĂŸel mit etwas

Die Beschriftung wird mit mattem Lack geschĂŒtzt

Lackieren  

Fahrwerkrahmen, Drehgestelle und Holzbelag werden am besten vor der Zusammensetzung behandelt. Beim Rahmen habe ich zuerst die Bremsstellhebel und den Zettelhalter mit dem Pinsel lackiert und dann die Verwitterungsspuren mit der Spritzpistole aufgebracht. Hierzu verwende ich vorwiegend die Farben “Staubgrau” (Revell 77) und “Leder” (Model Master 1736). Dabei ist zu beachten, daß die Beschriftung nicht zu stark ĂŒberdeckt wird. An den Drehgestellen lackierte ich erst die Achslager mattschwarz. Dann erhielten die Blattfedern einen Rostton (Leder) und - lasierend - die ganze OberflĂ€che der Drehgestelle. Die Innenseiten der Fahrwerke, die beim Vorbild meist mit hochgewirbeltem Schmutz und Bremsstaub bedeckt sind, habe ich in einem blassen Rostton (Leder) lackiert. Dann betonte ich die Kanten des Fahrwerks mit

Die farbliche Behandlung des Fahrwerks

Das Ladegut besteht aus Bastelplatten von Busch

Verwitterungsspuren werden in der Pinseltechnik mit stark verdĂŒnnten Farben aufgebracht

Mit der Spritzpistole lassen sich die FarbĂŒbergĂ€nge weicher gestalten

Die fehlende Holzstruktur wird mit Stahldraht und Glasfaserpinsel graviert

Die Fugen werden geschwÀrzt und die Struktur mit hellen Brauntönen hervorgehoben

Stahlplatten

Typisch fĂŒr das Ruhrgebiet, aber nicht nur dort anzutreffen, sind die GĂŒterzuge aus Flach- und Rungenwagen, beladen mit Eisen und Stahl in vielen Variationen - als Rohre, Profile, Platten und Bleche. Besonders die Stahlplatten in ihren verschiedenen Formen und StĂ€rken sind als Ladegut auch im Modell sehr wirkungsvoll und mit einfachen Mitteln herzustellen. Als Ausgangsmaterial eignen sich viele Materialien wie Polystyrol, harte Pappe, Folien und auch Fotopapier. FĂŒr meine Beladungen habe ich Kunststoffbastellplatten der Firma Busch (Art.-Nr.7203 ) ausgewĂ€hlt. In dieser Packung sind 4 Bauplatten (ca.25x20 cm) mit o,5mm, o,9mm und 1,4mm Materialdicke enthalten. Sie lassen sich leicht verarbeiten und besitzen eine glatte, nichtsaugende OberflĂ€che, die zu guten Ergebnissen bei der farblichen Behandlung fĂŒhrt. Die Platten wurden mit dem Bastellmesser, an einem Stahllineal entlang, in eine Breite von 25 mm und verschiedene LĂ€ngen (je nach zubeladenen Wagen) zugeschnitten.

Farbliche Behandlung

Als Grundfarbton wĂ€hlte ich eine Lackierung in „basaltgrau“ (Revell Nr.77). Hierauf trug ich einige “Wolken” in „Eisengrau“(Revell Nr.91) unregelmĂ€ĂŸig auf, um den Eindruck einer frischen, neuen Stahlplatte zu erwecken. Wer nur neue Platten transportieren möchte, kann nun mit den spĂ€ter beschrieben Arbeitsschritten seine Beladung fertigstellen und sie auf die Reise schicken. Anders ist es, wenn diese Platten der Witterung ausgesetzt sind und eine interessante Patina angesetzt haben. Diese Patina mit Farben darzustellen sorgt fĂŒr einen besonderen Blickfang auf der Anlage und macht zudem noch viel Spaß.  Ich habe dabei zwei verschiedene Arbeitstechniken angewandt, einmal mit dem Pinsel und dann mit der Spritzpistole

Die besten Ergebnisse erreicht man durch eine Kombination beider Methoden

Die Platten werden mit dĂŒnnen Furnierstreifen und Letraset-BĂ€ndern zu BĂŒndeln zusammengezurrt

Pinsel-Methode

Bei dieser Methode trage ich mit dem Pinsel stark verdĂŒnnte Farbe auf und lasse sie verlaufen. Hierbei ist darauf zu achten, daß der Farbanteil nicht zu hoch ist, damit die Platten spĂ€ter nicht zu bunt erscheinen. Beim Vorbild sind diese Spuren durch verdunstete Feuchtigkeit entstanden und somit auch nur sehr schwach vorhanden. An Farben habe ich „Leder“(Model Master 1736), „Braun“ (Revell Nr.85), sowie Weiß und Schwarz von Revell verwendet. Wichtig ist, daß der graue Untergrund vor der Behandlung vollkommen durchgetroknet ist, da er sonst von der VerdĂŒnnung angelöst wird.

Die feinen Verladeziffern lassen sich am besten mit einem Rotring-Tuschezeichner aufbringen

Spritzpistolen-Methode

Hier werden mit den gleichen Farben zarte FarbauftrĂ€ge wolkenförmig aufgebracht. Um einzelne Rostpickel darzustellen, fĂŒhrt man die Spritzpistole ganz nah an die Platte und gibt einen feinen Farbstrahl ab. Das ergibt einen kleinen Punkt, der keine so scharfe Abgrenzung zeigt wie ein Farbklecks mit dem Pinsel. Meist habe ich beide Methoden kombiniert eingesetzt, um den natĂŒrlichsten bzw. effektvollsten Eindruck zu erreichen. Nach der farblichen Behandlung werden die Platten zur Verladung als Einheit zusammengefĂŒgt. Dazu klebte ich sie mit Sekundenkleber-Gel auf 1x1 mm Lagerhölzer und verzurrte sie mit KlebebĂ€ndern aus Letraset-Band und schwarzen Isolierband-Streifen als “Flachstahlband” zu einem Paket. Dann habe ich mit einem Rapidographen (Rotring o,18) und weißer Tusche einige Verladeziffern aufgebracht und die Einheit verladen. Nun können die Platten ihrem EmpfĂ€nger entgegen rollen.

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