„Autotransporter Laaes 541 von Fleischmann“

„Doppelstock…“

Zumeist fuhren sie in Ganzzügen und waren als Doppeleinheiten fest zusammengekuppelt - Die Autotransport-Wagen Laaes 541

Für den in Jahre gekommenen, aber immer noch aktuellen Autotransporter „Laaes 541“ von Fleischmann hat der Kleinserienhersteller FKS – Modellbau einen Zurüstbausatz entwickelt, der die robuste obere Kunststoff-Ladeebene durch eine filigrane Neusilber-Ätzplatine ersetzt.Die Auslieferung dieses Bausatzes war Grund genug das Modell einmal aufzurüsten und im Folgenden vorzustellen.

Als die Autoindustrie nach dem zweiten Weltkrieg in die Massenfertigung ging und die fertigen Fahrzeuge schnell zu den Abnehmern im In- und Ausland transportiert werden mussten, war die junge deutsche Bundesbahn vor eine neue Aufgabe gestellt. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten griff man die Entwicklung der DRG auf, die während des Krieges Kübel- und Schwimmwagen mit Hilfsgestellen auf E 029 doppelstöckig verladen hatte.

So entwickelte man eine Möglichkeit die neuen Automobile nicht nur auf einer Ebene – wie bei einem Flachwagen – sondern auf zwei Ebenen zu transportieren. Dadurch wurde die Zahl der beförderten Wagen gleich verdoppelt. In der ersten Generation rüstete man hierzu offene Güterwagen der Regelbauart Omm um und versah sie mit einer zweiten Ladeebene.

Da die Bauart Omm 52 zu diesem Zeitpunkt die einzigen der Regelbauart mit UIC-Merkmalen waren, zog man sie heran und baute sie um. So entfernte man an den Wagen die Seitentüren und Stirnklappen. Zudem erhielten sie an beiden Enden Vorbauten, ähnlich einer Bremserbühne, um die Ladelänge zu vergrößern. Die zweite Ladeebene konstruierte man so, dass sie sich auf den Obergurten der Seitenwände abstützte. Um zusätzlich die PKW-Anzahl zu erhöhen, wurden immer zwei Wagen mit einer Vierlaschenkupplung zu einer Garnitur mit einer Wagennummer zusammengekuppelt. Mit dieser Garnitur war man in der Lage auf jeder Ebene insgesamt je fünf Volkswagen zu transportieren. Dabei stand der mittlere Wagen je zur Hälfte auf dem einem und zur Hälfte auf dem anderen Transporter.

Für eine dauerhafte Verbindung der FKS-Tritte werden je zwei 0,4 mm dicke Bohrungen durch den Halter des Tritts in den Längsträger des Wagens gebohrt, um dann kurze Drahtstücke einzukleben.

Bevor der aufgedruckte Zettelhalter durch ein filigranes Ätzteil von Weinert ersetzt wird, muss man den Aufdruck vorsichtig abpolieren, da er sonst noch unter dem kleineren Zurüstteil sichtbar ist.

Die zugerüsteten Teile erhalten eine Grundierung, um sie dann schwarz zu lackieren. Dabei werden die Anschriften abgeklebt und später die Brems- und Lastenhebel farblich abgesetzt.

Für die Zurüstung und Superung werden die Modelle der Firma Fleischmann gewählt und zunächst in ihre Einzelteile zerlegt.

Die Firma FKS Modellbau bietet einen Umrüstsatz für die Autotransporter an. Dieser enthält neben der oberen Ladeebene mit drei Auflagern, auch vier durchätzte Tritte.

Neben Originalkupplungen mit Kupplungssockeln und Federpuffern mit Sockelplatten werden die Unterwagen mit Rangiergriffen, Bremsgestängen und einem Lösezug ergänzt.

Die Auflager für die Ladeebene werden mit einer Flachzange gebogen. Zur Stabilisierung füllt man die Auflagerkästen mit Klebstoff.

Auf die Ladeebene werden die beigefügten Kunststoffprofile mit Sekundenkleber aufgeklebt und so stabilisiert. Danach sind die Geländer um 90° nach oben zu biegen.

Durch die immer größer werdenden Stückzahlen zu transportierender Automobile und vor dem Hintergrund, dass neue Spezialwagen nicht so schnell beschafft werden konnten, entschied man sich sowohl zwischen 1956 und 1959, als auch zwischen 1962 und 1964 offene Güterwagen der Regelbauart Omm 55, analog der Omm 52, zu Autotransportwagen umzubauen. Diese Wagen erhielten die Bezeichnung Offs 59. Sie waren bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h zugelassen und wurden ab 1968 in Laaes 541 umbezeichnet.  Es entstanden insgesamt 1.537 Einheiten, die  jedoch bis 1990 allesamt wieder ausgemustert waren. Weitere Informationen findet man im EK-Güterwagen-Lexikon DB: „Die Autotransporter“, welches Gerd Wolff verfasst hat und beim EK-Verlag (ISBM 3-88255-654-4) erhältlich ist.

Eine erste Stellprobe offenbart die filigrane Konstruktion der aus Ätzblech konstruierten Ladeebene.

Neben den Fleischmann-Wagen kann die Ladeebene auch auf Modellen der Firmen Lima (links) und Klein (rechts) montiert werden.

Die Original-Radsätze (rechts) können auf RP 25 abgedreht werden. Wer es filigraner liebt, tauscht sie gegen feine Räder der Firma LUCK (links) aus. Vor der Montage werden sie grundiert, lackiert  und gealtert.

Die Fleischmann-Basis und der Zurüstsatz

Die Autotransporter Laaes 541, der Firma Fleischmann, sind seit vielen Jahren im Fachhandel erhältlich. Zurzeit erhält man unter der Artikel-Nr. 5224 (UvP 29,95 €) einen Einzelwagen, während ein zweiteiliges und damit vorbildgerechtes Pärchen unter der Artikel-Nr. 522501 (UvP 77,50 €) angeboten wird. Die stimmigen Modelle tragen die Beschriftungen in der Epoche IV und sind mit Fahrzeugen aus dieser Epoche bestückt. Den Entwicklungen folgend, sind die heute angebotenen Wagen mit einer Kurzkupplungskinematik ausgestattet. Die Wagen bestehen aus drei Bauteilen – dem Unterwagen, dem Aufbau und der oberen Ladeebene. Während der Unterwagen und der Aufbau dem heutigen Standart entsprechen, ist die obere Ladeebene – wenn auch schön ausdetailliert - etwas robust ausgefallen. Zudem entsprechen die Holznachbildungen bei den Fahrmulden nicht dem Vorbild, da die oberen Ladeebenen bei dem Offs 59 komplett aus Metall bestanden.

Dies hat Gerd Gehrmann (www.fks-modellbau.de) aus Uedem am schönen Niederrhein dazu bewogen einen Zurüstsatz für den Autotransporter zu konstruieren. Unter der Artikelnummer 087-100-1 erhält man für 12,50 Euro (zzgl. Versand) eine Neusilber-Ätzplatine, die die obere Ladeebene mit drei Auflagern und vier Rangiertritten enthält. Dem Umrüstsatz ist eine ausführliche Baubeschreibung beigefügt.

Der Umbau

Zu Beginn wird das Modell in seine Bestandteile zerlegt. Dann wendet man sich dem Unterwagen zu. Hier werden zunächst die Achsbleche unter 45° abgefeilt, damit sie dünner wirken. Dann trennt man die Puffer ab und ersetzt Sie durch Federpuffer mit Sockelplatten. Die dazugehörigen Rangiergriffe finden unter der Pufferbohle ihren Platz. Wer den Wagen als Schlusswagen ausstatten oder mit Originalkupplungen fahren will, kann die Kupplungsnachbildung abschneiden und eine gefederte Hakenkupplung mit Kupplungssockel einbauen. Will man nicht auf die Kurzkupplungskinematik verzichten, aber dennoch die Wagen in einem Zugverband fahren lassen, kann man auf Starrkupplungen der Firma BRAWA zurückgreifen. In beiden Fällen ist es auch noch möglich die Pufferbohle mit einem Bremsschlauch ergänzt werden. Hier bietet sich die Bremsschlauchnachbildung von Weinert mit einem flexiblen Schlauch an. So können die Wagen nicht nur mit der Kupplung, sondern auch mit dem Bremsschlauch, verbunden werden. 

Die filigranen Zurüstteile und die feinen Radscheiben zeigen ihre Wirkung an der vierachsigen Autotransport-Doppelwagen-Garnitur des Laaes 541…

Im nächsten Schritt werden die Rangiertritte aus dem Zurüstsatz am Längsträger angebracht. Damit die Verbindung dauerhaft ist, setzt man durch den Halter des durchätzten Trittes zwei Bohrungen mit einem Durchmesser von o,4 mm ab. In diese Bohrungen, die auch in den Längsträger getrieben werden, klebt man kurze Messingdrahtstücke, die an der Oberfläche flach gefeilt werden. Die Tritte  werden dann noch ein wenig gekröpft. Zur weiteren Verfeinerung klebt man noch Messingdraht (o,5 mm) als Bremsgestänge und als Kuppelgestänge zwischen den Lastenhebeln ein. Zuletzt folgt noch ein Lösezug der Firma Weinert.

Nach dem Grundieren und lackieren werden die Flächen, an denen die Ladeebenen und die Auflager verklebt werden von Farbe befreit und später beilackiert.

Die filigranen, aus dem Bausatz von FKS-Modellbau entstandenen  Ladeebenen kommen beim Blick von oben richtig zur Geltung.

Die farbliche Gestaltung

Damit sind die Arbeiten am Unterwagen erbracht und die farbliche Gestaltung kann erfolgen. Dazu werden erst die Anschriften in den Längsträgern mit zugeschnittenem Klebeband abgedeckt. Danach folgen die Grundierung und die Lackierung der nachgerüsteten Bereiche. Zum Schluss markiert man die Lastenumstell- und Bremshebel unterhalb der Längsträger. In diesem Zusammenhang können auch der Lösezug und die Hebel der Bremsschläuche farblich abgesetzt werden. Damit sind die Unterwagen fertig.

Bei dem zugerüsteten Wagen wurde bereits der untere Ladeboden farblich gestaltet.

Da die Wagen nur der Witterung ausgesetzt waren und nicht zusätzlich durch Schütt-Ladegüter verschmutzt wurden, fällt die Alterung entsprechend dezent aus.

In der Nahaufnahme lassen die zugerüsteten und gealterten Modelle viele feine Details erkennen.

Am Oberwagen fallen nicht viele Arbeiten an. So werden hier nur die vorhandenen Aufstieggriffe feiner gefeilt. Zudem bohrt man die geschlossenen Seilösen am unteren Ende der Eckprofile auf und versäubert diese mit einer Feile. Der aufgedruckte Zettelkasten wird durch ein filigranes Kupfer-Ätzteil der Firma Weinert ersetzt. Dafür poliert man erst den aufgedruckten Zettelkasten ab, da er größer als das Ätzteil ist. Dann klebt man das vorher grundierte und rotbraun lackierte Ätzteil an diese Stelle.

Hier wird ein leerer Doppelwagen an die Laderampe gebracht. Zumeist führten die Garnituren die Auffahrmulden mit…

Da die Garnituren immer nur eine gemeinsame Nummer trugen und auch nur als ein Wagen geführt wurden, befindet sich an jeder Seite dieser Doppelwagen immer nur ein Zettelkasten. Im abschließenden Schritt wird dann noch der Ladeboden - die untere Ladeebene – farblich gestaltet. Hierzu färbt man zunächst den Ladebohlen holzfarben, um dann die Führungsschienen grauschwarz abzusetzen.

Nun folgt der obere Ladeboden. Hier wird erst das Neusilber-Ätzteil vorsichtig aus der Platine herausgeschnitten und versäubert. Dann klebt man die beigefügten Kunststoffprofile in die Nuten links und rechts neben den Fahrbahnen, indem man etwas Sekundenkleber über einen Zahnstocher in die Nut streift und dann das Profil dort hineinlegt. Danach wird das Geländer um 90° nach oben abgewinkelt. Die aufrecht stehenden, eingeklebten Kunststoffprofile (o,5 x 1,o mm), als auch das Geländer, stabilisieren die nur o,3 mm dünne Ladeebene, damit sich diese nicht verformt.

Die Auffahrmulden entstehen im Selbstbau aus Kunststoffprofilen, die dann grundiert und dann „Rotbraun“ lackiert werden.

Für die unteren (links) und oberen (rechts) Überfahrten zwischen den Wagen, wurden aus Kunststoffprofilen und Riffelblechen feine den Wagen angepasste Modelle erstellt.

Durch die selbst erstellten Überfahrbleche können Beladeszenen auf der oberen Ladeebene nachgestellt werden.

Um von der Laderampe auf die untere Ladeebene zu gelangen, mussten Überfahrbleche – hier ebenfalls im Selbstbau – ausgelegt werden.

Als nächstes sind die Auflager an der Reihe. Der Bauanleitung folgend werden die Seite „1“ und „2“ abgewinkelt. Zur Stabilisierung kann die entstandene Tasche mit Zweikomponentenkleber gefüllt werden. Herausquellender Kleber wird an der Außenseite abgefeilt. Nun ist es sinnvoll eine Stellprobe der Ladeebene mit den Auflagern durchzuführen, um diese dann (anderes als es den Abbildungen zu entnehmen ist) vor dem Lackieren miteinander zu verkleben. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, kann die gesamte Ebene mit einer Spitzpistole erst grundiert und dann schwarz lackiert werden.

Im letzten Schritt sind noch die Räder an der Reihe. Diese können entweder auf RP 25 abgedreht oder durch entsprechend filigrane Räder aus dem einschlägigen Zubehörhandel ersetzt werden. Hier fiel die Wahl auf die Räder der Firma LUCK. So kamen die Radsätze „RP 25 Fine Scale“ mit vorbildgetreu gedrehten Radinnenscheiben für Fleischmann-Fahrzeuge mit einem Durchmesser von 11 mm und einer Achslänge von 24 mm zum Einsatz.

Skizze der Eigenbau-Auffahrmulden und Überfahrten

Beim Vorbild konnten die oberen Ladeebenen durch Seilzüge an der Außenseite der Garnituren herab gelassen werden. Dies kann durch das Abknicken der Ätzteile nachgestellt werden. Über die Auffahrmulden gelangen die Autos auf die obere Ebene.

Sie sind für 2,25 €/Stck. zuzüglich Versand direkt bei der Firma LUCK Feinmechanik (www.luck-feinmechanik.de) erhältlich.

Bevor es nun an die Verwitterungsspuren geht, muss noch die Entscheidung getroffen werden, ob die Wagen gegebenenfalls in die von den meistern Modellbahnern bevorzugte Epoche III umbeschriftet werden. Dazu stehen beispielsweise die Beschriftungssätze von Gaßner Beschriftungen zur Verfügung. Der Nassschiebbilderbogen „G 333“ beinhaltet die entsprechenden Anschriften und ist direkt bei der Beschriftungen Gaßner (www.gassner-beschriftungen.de) für 14,60 €, zuzüglich Versand, zu bestellen. Wer dies nicht machen will, aber dennoch in der Epoche III fahren möchte, muss sich auf die Suche nach dem Sondermodell (98 5809) der Firma Fleischmann machen, welches vor einiger Zeit einmal kurzzeitig im Programm war. Bei diesem Sondermodell wurde jeweils ein Fahrzeugpärchen in der Beschriftung der Epoche III mit vier VW Käfern angeboten.

Danach steht dem Zusammenbau der verschiedenen Baugruppen nichts mehr im Wege. Es sei denn, man möchten das Modell vorher noch mit einigen Witterungsspuren versehen. So kann man mit verdünntem Braunschwarz unterschiedlich intensive Verschmutzungen nachbilden. Einzelne Rostspuren am Fahrwerk tragen zum realistischen Aussehen bei.

Natürlich kommen solche zugerüsteten und gesuperten Fahrzeuge erst richtig zu Geltung, wenn der Betrachter sie aus der Nähe in Augenschein nehmen kann. Wie wäre es da eine Ladeszene nachzustellen? Sicherlich ein reizvoller Gedanke, der aber auch noch ein paar Hilfsmittel verlangt, die bei der Verladung der Automobile von Nöten war. So benötigte man beim Vorbild sogenannte Auffahrmulden, die den Höhenunterschied zwischen der Laderampe und der nicht ganz herunterzulassende obere Ladeebene überbrückten. Auf der Grundlage von Bildmaterial und einem Muster, welches bei einem „Klein“ Autotransporter beigefügt war, kann man aus verschiedenen Kunststoffprofilen solche Auffahrmulden zusammenkleben, grundieren und rotbraun lackieren. Ähnlich ist es mit den Überfahrten von Wagon zu Wagon. Auch hier fügt man verschiedene Kunststoffprofile, angepasst an das Fleischmann-Modell zusammen und gestaltet es farblich. Die nebenstehenden Zeichnungen sollen einen Anreiz geben und erheben keinesfalls den Anspruch auf eine vorbildliche Umsetzung oder Darstellung der Überfahrten, sondern eine modellbahntechnische Möglichkeit zur Realisierung. Auch wenn diese Hilfsmittel nicht ganz vorbildgerecht sind, so helfen sie doch eine Beladeszenen etwas stimmiger erscheinen zulassen. Dazu sollten dann aber auch beachtet werden, dass die Transporter nahezu ausschließlich zum Transport von Neuwagen herangezogen wurden. Somit sind, anderes als auf den nebenstehenden Bildern zu sehen ist, nur Automodelle eines Hersteller als Neuwagen zu verwenden.

Egal ob als Leerzüge oder mit Neuwagen beladen, ziehen die verfeinerten und mit filigranen Ladeebenen versehenen Autotransporter die Blicke das Betrachters auf sich und ergänzen unsere kleine Modellbahn um eine weitere Attraktion...

Feierabend… Die Autotransportwagen sind entladen und warten bis zu ihrem nächsten Einsatz auf einem Abstellgleis, der Arbeiter macht sich auf den Heimweg.

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