Die Baureihe 212 von Roco

Pl├Ądoyer f├╝r ein Arbeitstier

Die 212 ist da! Einsteigen und auf geht┬┤s!

Fast sang- und klanglos ist vor einigen Monaten die ozeanblau/beige Farbvariante der BR 212 von ROCO erschienen. Bis auf den ein oder anderen technischen Beitrag, ist dieses Modell im Strudel der allj├Ąhrlichen Fr├╝hjahrsneuerscheinungen untergegangen.

Das Vorbild dieses Mehrzweckdiesels wurde als ├ťbergangsfahrzeug f├╝r den schnellen Abbau der Dampftraktion und als kosteng├╝nstige Zwischenl├Âsung f├╝r die ach so teueren Nebenstrecken beschafft. Eigentlich hatte keiner damit gerechnet, dass diese soliden und zuverl├Ąssigen Diesel vereinzelt eine Lebensdauer von nahezu einem halben Jahrhundert erreichen w├╝rden. Und w├Ąhrend die Mehrzahl inzwischen ausgemustert ist, behaupten immer noch einige Exemplare ihr Dasein als zuverl├Ąssige Ersatzmaschine oder t├Ągliches Arbeitstier bei mancher Privatbahn. Eigentlich sollten nun die technischen Details und die Unterschiede zwischen der 212 und ihrer kleinen Schwester, der 211, vorgestellt werden. Jedoch will der Autor nicht dem soeben erschienenen EK-Buch “Baureihe V 100 der DB” vorgreifen und erz├Ąhlt hier daher seine Geschichte ├╝ber die 212:

Neben den vielen Bestandteilen der Lokomotive ist eine F├╝lle von Zur├╝stteilen zur Montage beigef├╝gt.

212-Besuch in Krefeld

Der F├╝hrerhauseinsatz ist in der Mitte f├╝r den Einbau eines Decoders ausgespart. Die darunter befindliche Platine ist deshalb extra eingef├Ąrbt worden. Unter der Abdeckung zwischen den ÔÇ×Treibstofftanks“ bleibt gen├╝gend Platz f├╝r einen Lautsprecher.

Anfang der sechziger Jahre, an der nicht elektrifizierten ÔÇ×Magistrate“ Krefeld/Kleve, geboren, definiert sich Eisenbahn f├╝r mich in Dieseltraktion. Schon fr├╝h avancierte die V 100 zum Objekt der Begierde und nach mehreren erfolglosen Versuchen ein Exemplar auf Zelluloid zu bannen, gelang es im Januar 1996 einen Termin f├╝r einen Besuch im Bahnbetriebswerk Krefeld zu erhalten. Dort erlebte ich  folgendes:                                                                                                      An einem mehr oder weniger sonnigen Januarmorgen fand ich mich zur vereinbarten Zeit im Bahnbetriebswerk ein. Schnell war das B├╝ro meines vermeintlichen Terminpartners gefunden. Ein kurzes aber energisches Klopfen und mir wurde Einlass gew├Ąhrt. Mit einem fr├Âhlichen ÔÇ×Gr├╝├č Gott“ trat ich an den Schreibtisch und streckte meine Hand zum Gru├č entgegen.

Die Kluft zwischen dem ehemalig preu├čischen Norden und dem bayrischen S├╝den schien in diesem etwas schummrig beleuchteten B├╝ro noch lebhaft vorhanden zu sein, denn ein kurzes ÔÇ×Tach“ verdeutlichte unmissverst├Ąndlich, dass man nicht mit ÔÇ×feindlichem“ Besuch gerechnet hatte. Schnell formulierte ich den Grund meines Besuches und vermied es dabei nicht, das mir in die Wiege gelegte, niederrheinische ÔÇ×dat“ und ÔÇ×wat“ zu verwenden. Nach dieser Begr├╝├čungszeremonie erl├Ąuterte man mir, dass ich wohl einen Termin mit dem Namensvetter des nun freundlicheren Herrn h├Ątte. So wurde ich durch eine Plastikschwingt├╝re und dann nach links geschickt. Dort w├╝rde ich meinen Ansprechpartner finden. Durch die Plastikschwingt├╝re sollte bedeuten ins Allerheiligste, in den Ringlokschuppen! Der Wegbeschreibung folgend stand ich hinter der Pendelt├╝re Aug┬┤ in Aug┬┤ mit dem Puffer einer 215. Das Fett des Puffertellers in der Nase, dachte ich ÔÇ×Mann sind die gro├č“ und bog nach links ab. Schnell hatte ich dann den besagten Herrn gefunden. ÔÇ×Welche Maschine h├Ątten Sie denn gerne gesehen?“ Ich berichtete von meinem Ansinnen eine ÔÇ×212“ mal in Ruhe fotografieren zu wollen. ÔÇ×Fotografieren - dann nehmen wir die da“ meinte er und zeigte auf eine ozeanblau/beige Maschine, die gerade mit einem ÔÇ×K├Ąrscher“ gereinigt wurde. ÔÇ×Die sind gleich fertig und wir wollen ja einen guten Eindruck machen!“ Im Schuppen standen noch eine neurote 212, die besagte 215 und eine 290 mit Motorschaden. W├Ąhrend ich meinen Blick schweifen lie├č beendeten die M├Ąnner ihre Reinigungsarbeiten. ÔÇ×Na, dann kommen sie mal mit!“ hie├č es und schon ging es zur Lokomotive.

Die T├╝re wurde ge├Âffnet und…ungl├Ąubig fragte ich nach: ÔÇ×Ich soll mitfahren?“ ÔÇ×Klar, ich kann Sie nicht so ├╝ber┬┤s Gel├Ąnde laufen lassen - zu gef├Ąhrlich.“ So erklomm ich die Maschine und h├Ątte fast vergessen meine Kamera auszupacken. Gut dass die Filme schon eingelegt waren! Die Schuppentore wurden ge├Âffnet und nach einem dahin gestammelten ÔÇ×Dann wollen wir mal…“ der Motor gestartet.

Auch der verkehrsroten Ausf├╝hrung stehen die Verfeinerungen sehr gut!

Auch wenn die 212 262-0 zwischenzeitlich in die Jahre gekommen ist, ist sie immer noch eine stattliche Erscheinung.

Den Kabinenboden sch├╝ttelte es und der Motor war an. ÔÇ×Wie ein LKW!“ schoss es mir durch den Kopf. Die Fahrstufe 1 wurde eingelegt. Das Getriebe f├╝llte sich und in Fahrstufe 2 ging es langsam aus dem Schuppen bis zur B├╝hne. Nachdem die Fahrt freigegeben war, rumpelte die 212 262-0 auf die Scheibenb├╝hne. Nur einige Gleisst├╝mpfe weiter rastete die B├╝hnenverriegelung wieder ein. Konzentriert steuerte der Meister die Maschine auf einem Zufahrtsgleis in die schwache Januarsonne. Ich durfte aussteigen und nun meine Lieblingslokomotive von allen Seiten fotografieren. Durch mein nachhaltiges Tun animiert, verlie├č mein Chauffeur den F├╝hrerstand und gab mir eine kleine Unterweisung in Sachen BR 212! Dazu wurden die Schiebet├╝ren der Vorbauten ge├Âffnet und alles war da! Die Bestandteile ├╝ber die man in diverser Literatur gelesen hatte: Vorne der kr├Ąftige Dieselmotor mit all seinen Hilfsaggregaten. Davor der kleine Hilfsdiesel und dann die K├╝hlergruppe mit dem gro├čen L├╝fter. Hinten die Lichtmaschine und die Heizungsaggregate f├╝r die Dampfheizung…

F├╝r eine funktionsf├Ąhige Schraubenkupplung muss der Rahmen ausgenommen werden. Damit gen├╝gend Fleisch f├╝r die Heizschlauchkupplung (rechts) bleibt, ist die Aussparung in Richtung Pufferbohle zu verj├╝ngen.

Recht eng geht es auf der Pufferbohle nach der Zur├╝stung zu

Nachdem eine F├╝lle von Aufnahmen entstanden war, ging es zur├╝ck zum Schuppen. Vor der B├╝hne wurde ich zum Aussteigen ermuntert. ÔÇ×Schauen Sie sich noch etwas bei meinen Kollegen um“, hie├č es zu meinem Erstaunen. Vor den Toren des Schuppens bekam eine 215 ihre Sicherheitsventile der Hei├čdampfheizung eingestellt. Daneben wurde bei einer 212 die elektrische Wendezugeinrichtung ├╝berpr├╝ft und im Schuppen versuchten flei├čige H├Ąnde den Motor einer 290 wieder zu beleben. So verbrachte ich einen aufregenden Vormittag im mittlerweile geschlossen und nun als Museumsstandort genutzten Krefelder Bahnbetriebswerk.

Die 212 im Modell

Aus dem Rahmen der Auflagen der Weinert-Rangiertritte wird der Halter f├╝r den Steuerleitungsstecker hergestellt.

Gepr├Ągt durch diese Eindr├╝cke war der Wunsch nach einem ma├čst├Ąblichen und reichhaltig detaillierten Modell verst├Ąrkt worden. Verw├Âhnt durch die kleine Schwester aus gleichem Hause, die BR 211, war das seiner Zeit angebotene Modell von Fleischmann keine Alternative. Denn im Ma├čstab 1: 85 nachgebildet, machte es einen ├╝bertrieben ÔÇ×wuchtigen“ Eindruck und lie├č es an Details fehlen. Da war das M├Ąrklin-Modell schon n├Ąher am Vorbild, verlor jedoch durch die nicht freistehenden Griffstangen, ├╝berdimensionierten Aufstiege und eine unsaubere Beschriftung. Auch die Laufeigenschaften lie├čen einige W├╝nsche offen. So wurde die Nachricht aus ├ľsterreich – Die BR 212 kommt! – mit einem wohlwollenden L├Ącheln quittiert. Auch wenn das erste Modell in der weniger attraktiven neuroten Ausf├╝hrung vorgestellt wurde, so lie├č es doch die Vorfreude – bekanntlich die sch├Ânste aller Freuden – merklich ansteigen.

212 262-0 beim besuch des Autors im Bw Krefeld - auch ein sch├Âner R├╝cken kann entz├╝cken

Da die Technik der nun ausgelieferten Maschine, der der neuroten Variante entspricht, soll darauf im Rahmen dieses Beitrages nicht eingegangen werden. Vielmehr wird im Folgenden die Verfeinerung dieser Epoche IV – Maschine, die in den Farben ozeanblau und beige, mit der Computernummer 212 177-0, nun aller Orts in den Schaufenstern der Modellbahngesch├Ąften zu bestaunen ist, vorgestellt.                                        Zun├Ąchst ist die Maschine in ihre Bestandteile zu zerlegen. So werden das F├╝hrerhaus und das obere Geh├Ąuse mit den Vorbauten der beigef├╝gten Anleitung folgend abgenommen. Da am Rahmen Bohr- und Fr├Ąsarbeiten ausgef├╝hrt werden, sind auch die Drehgestelle und der Motor auszubauen. Zuvor hei├čt es aber die Schienenr├Ąumer nach unten aus dem Rahmen zu ziehen. Um die Drehgestelle heraus zu bekommen, sind die oberen Getriebeabdeckungen zu l├Âsen und die Schnecke zwischen Kardanwelle und Getriebe auszubauen. Dann l├Ąsst sich, nach dem l├Âsen der unteren Drehgestellschraube, das Drehgestell nach unten herausnehmen. Der Motor ist seitlich nur durch eine Schraube gehalten.

In den letzten Betriebsjahren vielfach zur ÔÇ×DB Cargo“ abgegeben, versahen viele ÔÇ×212“er nur noch Leistungen im G├╝terverkehr.

Vor der Montage empfiehlt es sich alle Bohrungen f├╝r die Ausstattungsgegenst├Ąnde auszuf├╝hren. Losgehen soll es mit den Puffern. Um diese gegen Weinert – Federpuffer mit gro├čen Puffertellern zu ersetzt, sind die Pufferaufnahmen auf einen Durchmesser von 2,2 mm aufzubohren. Nun folgen die Rangiergriffe unter der Pufferbohle. Hier ist besondere Vorsicht geboten, da die Pufferbohle seitlich nach innen profiliert ist. Damit der Bohrer bei der ├Ąu├čeren Bohrung nicht an der Seite herauskommt, sind diese Bohrungen schr├Ąg zur Rahmenmitte auszuf├╝hren. Die zweiten, inneren Bohrungen - Abstand ~ 6 mm - liegen in dem mittleren verj├╝ngten Teil der Bohlen. Hier wird wieder senkrecht gebohrt. F├╝r den Flansch der Kupplung ist in der Bohlenmitte eine Bohrung von 2,o mm vorzusehen. Um dem Modell ein m├Âglichst realistisches Aussehen zu geben, soll die Schraubenkupplung an der Vorderseite funktionsf├Ąhig sein. Dazu ist auf der Unterseite der Pufferbohle der Rahmen entsprechend tief mit einem Kugelfr├Ąser auszunehmen. Dabei ist darauf zu achten, dass gen├╝gend ÔÇ×Fleisch“ zur Befestigung der Heizschlauchkupplung stehen bleibt! Vor dieser Bohrung sind jedoch die L├Âcher f├╝r die Bremsschl├Ąuche zu erstellen. Diese sollten etwas gr├Â├čer – ├ś 1,o mm - ausfallen, um sich die notwendige Bewegungsfreiheit f├╝r das Ausrichten der in einer H├Âhe liegenden Anschl├╝sse zu bewahren.

Nicht nur was f├╝r Analogfahrer – ein Faulhabermotor von sb-modellbau! Das Konstruktionsprinzip ist bei der ÔÇ×alten“ 211 (rechts) und der neuen 212 gleich.

Um keine zum Bruch f├╝hrende Spannung auf das Fensterelement auszu├╝ben, ist die Scheibe auszufr├Ąsen und dann mittels Feilen bis zum Rahmen zu abzunehmen.

Nach dem Abtrennen der Kupplung wird die Schnittstelle mit einem Kunststoffprofil von  Evergreen (o,5 x 3,2 mm) kaschiert.

W├Ąhrend das Graubraun mit der Spritzpistole aufgetragen wird, ist die beigefarbene Zierlinie mit dem Pinsel nach zu ziehen.

Ebenso sollten die Bohrungen nahe der Puffersockel liegen, um gen├╝gend Platz in der Mitte f├╝r die besagte Heizschlauchkupplung zu schaffen. Diese Bohrung wird nun auf der Unterseite der Bohle mit einem 1,o mm dicken Bohrer eingebracht. Zum Schluss m├╝ssen noch die Befestigungsl├Âcher o,8 mm f├╝r den Steuerleitungsstecker und die Kupplung gebohrt werden. Bevor die einzelnen Bauteile zuger├╝stet werden, ist die Pufferbohle plan zu feilen. So verschwinden auch die gepr├Ągten Puffersockelplatten und k├Ânnen bei der Puffermontage durch Messinggussteile ersetzt werden. Die vorhandenen, rechteckigen ├ľffnungen f├╝r die der Lokomotive beigef├╝gten Kunststoff-Zur├╝stteile sind mit 2-Komponentenkleber (z.B. Pattex Stabilit Express) zu verschlie├čen. An dieser Stelle sollte man die ÔÇ×Gunst der Stunde“ nutzen, um die unter dem Umlauf befindlichen Aufnahmen f├╝r die Halterungen der Aufstiege mit einem Streifen Schleifpapier (120er) ein wenig aufzuweiten. Denn sp├Ąter sind diese Stellen nicht mehr zug├Ąngig und die vorderen Haltenasen sind im Gegensatz zu den hinteren recht stramm ausgelegt!

Wieder mit den Puffern beginnend, werden diese mit den Messinggusssockelplatten eingeklebt. Bei der Montage der Rangiergriffe aus o,3 mm dickem Messingdraht ist darauf zu achten, dass die Griffe gleichm├Ą├čig nach vorne gebogen werden. Dies erreicht man, indem man die Griffe ├╝ber die Schneide eines Bastelmessers nach vorne biegt. Dadurch liegen die Knickpunkte parallel zur Bohlenunterkante. Da auf der R├╝ckseite die Kupplungsaufnahme bestehen bleiben soll, k├Ânnen hier keine ganz ausgepr├Ągten Bremsschl├Ąuche montiert werden. So sind die Messinggussteile entweder oberhalb des Kupplungsschachtes abzuschneiden oder man bedient sich der Ausf├╝hrungen bei denen der Bremsschlauch durch ein St├╝ck kurzen Silikonschlauch dargestellt wird, den man einfach weg l├Ąsst. F├╝r diese Montage sollte man hier nicht wie bei den anderen Teilen Sekundenkleber, sondern 2-Komponenten-Kleber, verwenden.

Auch die R├╝ckseite der 212 wei├č durch die Verfeinerungen zu entz├╝cken

Denn durch die bessere Klebekraft k├Ânnen nachher die Schl├Ąuche in die richtige Position gebogen werden, damit die unteren Bremsschlauchhalter auch an der Unterseite der Pufferbohle anliegen. Gleiches gilt ├╝brigens f├╝r den Kupplungsflansch. Da die Feder der Kupplung einen kleinen Durchmesser hat, st├╝tzt sie sich nur auf der R├╝ckseite des Flansches ab. Somit misst sich die Zugkraft dieser Kupplung ├╝ber die Klebekraft des Flansches in der Pufferbohle. N├Ąchstes Bauteil ist die Heizschlauchkupplung (Nur vorne!). Nachdem sie eingeklebt ist, wird mit einem d├╝nnen Draht die Aufh├Ąngung zwischen Rangiergriff und Heizkupplung nachgebildet.

Zum Schluss sind die Bauteile der Steuerleitung an der Reihe. W├Ąhrend die Kupplung leicht zur Fahrzeugmitte gedreht in die Bohrung geklebt wird, macht die Steuerleitung mit Stecker schon mehr Arbeit. Beim Vorbild befindet sich an der linken Seite der Pufferbohle ein Blech auf dem der Halter des Steckers montiert ist. Dieses Blech (siehe nebenstehende Skizze) ist aus dem Rahmen der durch├Ątzten Auflagen der Rangiertritte (8690) herzugestellt. Mit verschiedenen Feilen wird aus diesem ÔÇ×Abfallprodukt“ der Halter profiliert. Ein Dorn aus einem kurzen, o,4 mm dickem, eingel├Âtetem Messingdraht dient als Befestigung. Die Bohrung f├╝r den aus Messingguss bestehenden Stecker mit Halter muss 1,o mm betragen und ein wenig aufgerieben werden. F├╝r die Montage am Lokomotivrahmen wird in den Umlauf eine o,4 mm dicke Bohrung eingebracht und das Blech mit angel├Âtetem Stecker festgeklebt. Die Steuerleitung ist so zu biegen, dass das Ende in die unter der Pufferbohle befindliche Bohrung eingeklebt werden kann.

Nun fehlen noch die beiden Halter f├╝r die Zugschlussscheiben. Diese befinden sich beim Vorbild ├╝ber den Puffern an der Vorderkante des Umlaufs. Sie werden durch o,5o x o,75 mm Evergreen-Kunststoffprofile dargestellt. Vor dem Ankleben empfiehlt es sich die Farbe am Umlauf zu entfernen. Um Schlussscheiben einstecken zu k├Ânnen, sind vorher entsprechende Bohrungen in diesen St├╝ckchen vorzusehen.

Leider ist die Hilfseinrichtung (Verbeck) f├╝r das Abdrehen der Spurkr├Ąnze nicht mehr erh├Ąltlich. So kann nur eine eigene Drehbank oder eine Fachwerkstatt helfen.

Einbau eines Faulhaber-Motors

Vor der farblichen Behandlung besteht nun die M├Âglichkeit die so schon ausgezeichneten Fahreigenschaften durch den Einbau eines Faulhabermotors zu verbessern. Sicherlich werden Digitalfahrer nun abwinken und auf die mannigfachen  Einstellm├Âglichkeiten der heutigen Decoder verweisen. Und auch wenn das hervorragende Fahrwerk der 212 nicht danach schreit – es ist und bleibt trotzdem ein Genuss ein solch ausger├╝stetes Fahrzeug zu f├╝hren! Und das nicht nur im Rangiergang!

verwendete Bauteile

Lieferant

Art.-Nr.

Baureihe 212

Roco

63982

Federpuffer ├ś 5,2 mm

Weinert

8600 / 8617*

Sockelplatten f├╝r Puffer

Weinert

8603 / 8596*

Messingdraht ├ś 0,3 mm

Weinert

9300

Kupplungsflansch f├╝r Pufferbohle

Weinert

8644

Original-Kupplung, abgefedert

Weinert

8632** / 8633

Bremsschl├Ąuche neue Ausf├╝hrung

Weinert

8290

Bremsschl├Ąuche zum kuppeln

Weinert

8287***

Heizschlauchkupplung

Weinert

8295

Steuerleitung f├╝r Mehrfachtraktion

Weinert

8514

Blech der Steuerleitung aus Tritte

Weinert

8690

Kunststoffprofil 0,50 x 0,75 mm

Evergreen

121 M-2

Kunststoffprofil 0,50 x 3,20 mm

Evergreen

126 M-7

Faulhaber Motor

sb-modellbau

28059

Farbe “Elfenbein” RAL 1014

Weinert

2605

Farbe “Graubraun” RAL 8019

Weinert

2644

Verd├╝nnung

Weinert

2600

Autokran-Personal / Lkw-Fahrer

Preiser

10037 / 10038

          *Gro├čpackungen     **Bausatz     ***Alternative

Ein auf die 212 zugeschnittenen Montagesatz findet man bei sb-Modellbau (82140 Olching, Ilzweg 4 – www.sb-modellbau.de). Da das Fahrzeug bereits zerlegt ist, braucht man den Faulhabermotor nur noch ein zu kleben. Jedoch sollte vorher mit einem Kugelfr├Ąser die Farbe im Bereich der Klebestelle entfernt werden, um eine kraftschl├╝ssige Verklebung sicher herzustellen. Zum Ausrichten sind die Drehgestelle zu montieren, da der Motor nicht genau mittig in L├Ąngsrichtung einzukleben ist! ├ťbrigens ist es bei den neueren Modellen nicht mehr notwendig das im Getriebe vorhandene Fett auszuwaschen, da dieses nun nicht mehr zum verharzen neigt und somit kaum Widerstand bietet.

Die Farbgebung

So, nun aber endlich zur Farbe! Zun├Ąchst werden die Puffer, der Rahmen auf der H├Âhe des Umlaufs und die Aufschriften unterhalb des Umlaufs abgeklebt. Das vordere Drehgestell, ebenso wie die vordere und hintere Pufferbohle (ohne Schraubkupplungen!), erhalten eine Spitzlackierung in ÔÇ×Graubraun“ (RAL 8019). Nach einer angemessenen Trocknungszeit greift man zum Pinsel und zieht den elfenbeinfarbenen Streifen an der Kante des Umlaufs nach. Dabei kann durchaus Weinert-Farbe (RAL 1014) verwendet werden. Auch wenn sich die Farben eigentlich f├╝r eine Pinsellackierung nicht eignen, so ist es doch, unter Verwendung der Verd├╝nnung aus gleichem Hause, m├Âglich feine Linien zu ziehen. Dagegen sollte man bei den Auftritten und den F├╝hrerhausgriffstangen wieder zur Spritzpistole greifen. Da diese Bauteile von Zeit zu Zeit auch mal ber├╝hrt werden, ist vorher eine Grundierung aufzutragen. Die nicht zu lackierenden Bereiche sind mit Abdecklack zu versiegeln. Die Ventilhebel an den Bremsschl├Ąuchen sind rot (Revell 36) abzusetzen.

Durch das ge├Âffnete Fenster kann der direkte Kontakt zum Rangierpersonal gehalten werden.

Man sieht den Drehgestellen nicht an, dass sie schon fast f├╝nfzehn Jahre auf dem Buckel haben, aber sie sind von der kleinen Schwester ├╝bernommen.

Der F├╝hrerstand, von Hause aus in Anthrazit, schreit auch ein wenig nach Farbe. So wird der obere Teil hellgrau (Revell 75) lackiert. Die Sitze erhalten einen grauen Anstrich (Revell 57), w├Ąhrend der Fu├čboden und der entsprechende Bereich der darunter befindlichen Platine basaltgrau (Revell 77)gef├Ąrbt werden.

├ťbrigens muss die Lok ohne Fahrzeugf├╝hrer auskommen, da sich dieser nicht im Lieferumfang befindet! Damit die Maschine aber nicht f├╝hrerlos auf Reisen geht, kann man sich aus dem Sortiment der Firma Preiser bedienen. Amputiert man dem Autokran-Personal (10037) oder den LKW-Fahrern (10038) den Unterleib ist eine ÔÇ×Rangierfunkanlage“ nicht mehr von N├Âten! Wird es dann mal zu hei├č im F├╝hrerhaus kann man noch ein Fenster ├Âffnen. Dies ist beim Vorbild durch das Aufschieben der mittleren Seitenverglasung m├Âglich. Beim Modell ist daf├╝r die Verglasung heraus zu nehmen und das mittlere Fensterfeld mit einem Kugelfr├Ąser bis kurz vor dem Rahmen auszufr├Ąsen.

Diese Bearbeitungsart hat sich bew├Ąhrt, da die Verglasung recht spr├Âde ist und schnell springt! Die ├╝berstehenden Reste sind dann vorsichtig mit einer feinen Feile bis zum Rahmen ab zu nehmen. Aus einer nicht ben├Âtigten, durchsichtigen Bodenplatte aus den besagten Preiser-Sets kann die Scheibe zugeschnitten und von hinten mit Klarlack(!) angeklebt werden.

Bevor wir den Zahn der Zeit an unserer 212 nagen lassen, sind die Zur├╝stteile zu montieren. So finden die Scheibenwischer, der Auspuff der vorderen Hilfsdieselanlage, der Hauptauspuff, die Auftritte, die Griffstangen am F├╝hrerhaus und nicht zu vergessen die Schraubkupplungen ihren Platz am Modell. Bei den Griffstangen am F├╝hrerhaus sollte man dringend darauf achten, dass sie alle den gleichen Abstand zur F├╝hrerhauswand haben!

Vor dem Auftragen der Betriebsspuren werden die Fenster durch Abdecklack gesch├╝tzt. Mit stark verd├╝nnter schwarzer Farbe (Revell 8 mit Verd├╝nnung von Modell Master) streicht man von oben nach unten ├╝ber die Aufbauten. Dabei soll der meiste Anteil in den Fugen der Details verbleiben.

Im direkten Vergleich zur kleineren Schwester werden die Unterschiede sichtbar.

 Die Drehgestelle und die Unterseite erhalten einen rostfarbenen Farbauftrag (Modell Master ÔÇ×Leder“ Nr. 1708) mit der Spritzpistole. In einem hellen Rostton werden die Uml├Ąufe von oben benebelt. In diesem Farbton graniert man mit einem ausgewischten Katzenzungenpinsel auch die Konturen des Fahrwerkes und der Pufferbohle. Die Details der Aufbauten werden in gleicher Weise mit Basaltgrau hervorgehoben. Nach dem Entfernen des Abdecklacks steht der Jungfernfahrt nun nichts mehr im Wege.

Das Schlusslicht eines Lokzuges soll hier nicht das Ende der ÔÇ×212“ bedeuten!

Bei den Auftritten sind die nicht einzuf├Ąrbenden Teile abzudecken. Die Verwendung einer Haftgrundierung erh├Âht die Grifffestigkeit.

Fazit

Auch der F├╝hrerhauseinsatz wurde lackiert, die Details mit einem Filzstift hervorgehoben. Die Kontaktlaschen fsind beim Einbau eines Faulhaber-Motors abzutrennen.

Wie Klaus Sp├Ârle schon im EK 1/1991 prophezeite, stellte die damals neu vorgestellte V 100.10 ein Meilenstein in der Modellwelt dar. Und er sollte wie so oft Recht behalten, denn das bis auf einige Beschriftungsvarianten unver├Ąnderte Modell ist immer noch das Ma├č der Dinge. Und nun die 212 – endlich! Jetzt ist sie da und ├╝berzeugt. Die im Unterschied zur 211 mit  Lamellenverschl├╝ssen dargestellten vorderen L├╝ftereinl├Ąsse und der l├Ąngere Vorbau tragen zum bulligen Erscheinungsbild des Modells bei. Daneben besitzt auch dieses Modell - wie bei Roco gewohnt - ein exzellentes Finish mit einer lupenreinen Beschriftung. Das Fahrwerk beruht auf der bew├Ąhrten Konstruktion der 211 und kann als ruhig und sicher beschrieben werden. Mit diesem Modell ist den ├ľsterreichern wieder ein gro├čer Wurf gegl├╝ckt und man wird diese Maschine bestimmt auf unz├Ąhligen Modellanlagen wieder finden. Und wenn nicht in dieser Ausf├╝hrung, dann die bestimmt sp├Ąter erscheinende und heute schon hei├č ersehnte altrote Ausf├╝hrung in der Epoche III. Aber wie schon zu Beginn des Beitrages angemerkt: ÔÇ×Vorfreude, ist die sch├Ânste Freude!

Im Personenverkehr meist mit Silberlingen unterwegs - die Baureihe 212 als Roco-Modell

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