Bauteile f├╝r ein Wasserkraftwerk                             Teil II

W├Ąhrend das Verteilerst├╝ck sicher im Ladegestell ruht, ist dieses mit Holzkeilen auf dem Ladeboden gesichert.

Im letzten Heft wurde der Nachbau der beiden gro├čen Turbinenwellen im Ma├čstab 1:87 beschrieben. zur Komplettierung des beim Vorbild dreiteiligen Zugs folgt nun das Verteilerst├╝ck mit der dazugeh├Ârigen Tragkonstruktion.

Verteilerst├╝ck

Zur Nachbildung des Verteilerst├╝ckes dient ein feinfaseriger Holzquader – in diesem Fall aus Eiche. Hilfreich ist es ├╝ber eine Drechsel- oder Drehbank zu verf├╝gen. Aber auch mit einer eingespannten Bohrmaschine und einem Gegenlager lassen sich gute Ergebnisse erzielen. So muss die Form laut der nebenstehenden Zeichnung aus einem entsprechend gro├čem Holzst├╝ck herausgearbeitet werden. Dabei ist nicht die Ma├čhaltigkeit im Vergleich zur Zeichnung entscheidend, sondern die Proportion, da die Ma├če f├╝r die Zeichnung auch nicht genau ermittelt werden konnten. Aufgrund der perspektivischen Verzerrungen auf den Fotos, mussten die Ma├če immer wieder ins Verh├Ąltnis zueinander gesetzt, abgeglichen und korrigiert werden. Bei der Durchf├╝hrung der Arbeiten wird von grob zu fein gearbeitet. Dies bedeutet, dass man zu Beginn noch grobe Feilen und grobk├Ârniges Schmirgelpapier benutzt. Je weiter man sich den sp├Ąteren Abmessungen n├Ąhert, desto feiner m├╝ssen die Werkzeuge sein. Vor dem letzten Schliff sind die L├Âcher, die mit Sperrholzscheiben wieder geschlossen werden, mit einem Fosnerbohrer zu erstellen

Aus einem Eichenholzquader wird das Verteilerst├╝ck herausgearbeitet

Mit einem Zapfenschneider f├╝r einen Durchmesser von 20 mm entstehen die runden Sperrholzscheiben, w├Ąhrend mit einem Forstnerbohrer (├Ş 20 mm) die L├Âcher im Verteilerst├╝ck erstellt werden.

Sie werden an der dicksten Stelle rund um das Werkst├╝ck axial in einem Winkel von 60┬░ zueinander ungef├Ąhr 6 bis 8 mm tief gebohrt. Auch die dickere der beiden Endseiten erh├Ąlt eine mittige Bohrung. Danach folgt der Feinschliff, wobei mit Feinspachtel immer wieder L├Âcher und Vertiefungen geschlossen werden. Wenn keine Unebenheiten mehr vorhanden sind, folgt die Grundierung (Weinert 2698). Dabei werden noch eventuell vorhandene Risse oder L├Âcher sichtbar. Diese sind wiederum zu verspachteln und das Werkst├╝ck ist erneut zu schleifen und zu grundieren. Finden diese Arbeiten ein befriedigendes Ergebnis, wird das Verteilerst├╝ck schlie├člich schwarz (Weinert 2646) lackiert. Nun sind f├╝r die Bohrungen F├╝llst├╝cke in Form von Sperrholzscheiben vorzubereiten. Den Abbildungen zufolge, sind diese nicht naturfarben, sondern wei├č bzw. hellgrau. Mit der Grundierung von Weinert trifft man den richtigen Farbton. Zus├Ątzlich werden noch zw├Âlf Schrauben- bzw. Bolzennachbildungen (Grand Line 5098) aufgeklebt. Bevor die Scheiben eingeklebt werden, sind an der Kopfseite um die ├ľffnung einige Bohrungen zu erstellen und ein messingfarbener (Revell 92) Ring abzusetzen. Nachdem die Scheiben eingeklebt sind, erhalten sie noch ein Piktogramm in Form eines Doppelpfeils. Diese steuern wiederum Preiser bei. Damit sind die Arbeiten am Verteilerst├╝ck beendet und auch f├╝r dieses Teil muss ein Ladegestell zusammengebaut werden.

Nach mehrmaligem Spachteln und Schleifen mit immer feinerem Nassschleifpapier wird das Verteilerst├╝ck erst grundiert und dann schwarz lackiert.

Die Tragkonstruktion

Im Gegensatz zu den Holzladegestellen der Turbinenwellen ist das f├╝r das Verteilerst├╝ck  aus Stahl gefertigt. Zur Nachbildung dienen Doppel-T-Profile der Firma Evergreen. Diese werden nach der nebenstehenden Skizze zugeschnitten und mit Kunststoffkleber zusammengef├╝gt. Die Konstruktion erh├Ąlt einen seidenmatten, wei├čen Farbauftrag (Revell 301). Im Rahmen der Verfeinerung werden an den schr├Ągen Auflagern und an dem aufrechten Schenkel des Winkeleisens silberne Bolzennachbildungen angebracht.

Die schr├Ąg gestellten Auflagerfl├Ąchen erhalten zus├Ątzlich d├╝nne Holzstreifen als Schutz zwischen dem Verteilerst├╝ck und dem Ladegestell. An der gegen├╝berliegenden Seite muss ein Holz mit einer Ausrundung als Auflage f├╝r das Verteilerst├╝ck angefertigt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass das Verteilerst├╝ck sp├Ąter auch in Waage liegt. Nun wird es mit dem Ladegestell auf dem Wagen verladen und gesichert. Dies geschieht mittels Holzst├╝cken und Holzkeilen. Zus├Ątzlich wird die Beladung durch Gummilitzen (Weinert 7213) als Niederbinder gesichert.

Diese Nahaufnahme des Verteilerst├╝ckes hilft bei der Umsetzung ins Modell                             (Aufnahme Klaus Kirsch)

Das Ladegestell f├╝r das Verteilerst├╝ck entsteht aus verschiedenen ÔÇ×Evergreen“-Profilen, Holzleisten und Bolzennachbildungen.

Eine letzte Kontrolle der Befestigungen des Ladegestells, bevor der Wagen abfahrbereit ist.

Dazu m├╝ssen am Ladeboden die mittleren, gepr├Ągten Binderinge entfernt und durch Draht├Âsen (0,3 mm) ersetzt werden. Ebenso erh├Ąlt das Verteilerst├╝ck an der d├╝nneren Seite zwei ├ľsen, durch die die eine Gummilitze gezogen wird. Die andere wird durch einen Anschlagpunkt (siehe Zeichnung) auf der oberen Sperrholzscheibe gef├╝hrt. Beide Litzen werden blau (Revell 50) eingef├Ąrbt. Zur Verspannung dienen die Zurrhaken von Weinert (9260). Sie werden zwischen Litze und Bindering eingesetzt. Damit ist auch diese Beladung fertiggestellt und die einzelnen Wagen k├Ânnen nun zu der besagten Garnitur zusammengestellt werden.

Fazit

Nat├╝rlich bedarf diese Beladung eines nicht unerheblichen Aufwands und stellt eine Geduldsprobe dar, aber die Wirkung der fertigen Garnitur belohnt diese Anstrengung. Mag sein, dass der ein oder andere Zubeh├Ârhersteller eine ├Ąhnliche Beladung in sein Programm hat oder aufnehmen wird, jedoch ist ein solcher Detailreichtum, ├Ąhnlich einem Kleinserienmodell, nicht von einer industriell hergestellten Beladung zu erwarten. Wer also seine Geduld auf die Probe stellt und das Abenteuer eingeht, wird am Ende mit einer besonderen Garnitur belohnt

Die dreiteilige, im HO-Ma├čstab nachgebildete Garnitur mit den Bauteilen f├╝r ein Wasserkraftwerk nach der Fertigstellung bei einem ihrer ersten Eins├Ątze auf der Anlage des Autors.

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