An den bereits vorgestellten G├╝terschuppen wurde eine offene, freitragende G├╝terhalle angebaut. Verschiedenartige Ladeg├╝ter und Transportmittel beleben die Szene.

Im ersten Teil zu diesem Beitrag wurden der Umbau und die Erweiterung des G├╝terbahnhofes von Faller vorgestellt. Um das neue Geb├Ąude in einem entsprechenden Umfeld pr├Ąsentieren zu k├Ânnen, musste ein kleines Diorama entstehen, welches Inhalt dieses Teils ist.

F├╝r die Pr├Ąsentation des neu entstandenen G├╝terschuppens galt es, ein entsprechendes Umfeld zu schaffen. Da ein Gleis auf der einen und eine Ladestra├če auf der anderen Seite zu einf├Ąltig war, lies sich der Autor von einer Vorbildsituation inspirieren und baute an den neuen G├╝terschuppen eine offene G├╝terhalle an. Dabei dienten die Baulichkeiten am Bahnhof ÔÇ×Hagen – Vorhalle“ als Vorbild f├╝r dieses kleine Diorama. Das die Situation nicht in allen Einzelheiten nachgebildet wurde, liegt wiederum daran, dass es ja eigentlich nur um den G├╝terschuppen ging.

Bau des Dioramas

Auf einer MDF-Holzplatte mit den Abmessungen 75 x 40 cm wurde zun├Ąchst eine beschnittene 30 mm dicke Hartschaumplatte aus dem Baustoffhandel geklebt. An einer L├Ąngsseite springt die Schaumplatte um etwa 95 mm zur├╝ck. Hier wurde ein tiefer liegendes Gleis auf einer 5 mm dicken Hartschaumplatte und einer Korkbettung verlegt. Um den H├Âhenunterschied zu der um 25 mm h├Âheren Ebene zu ├╝berbr├╝cken, wurden hier Gipsabg├╝sse der Beton-St├╝tzwand aus der SP├ľRLE – Silikonform (3010) angeklebt. Den oberen Abschluss bildet ein Streifen einer Hartschaumplatte, die eine Betonabdeckung imitiert.

Oberhalb der St├╝tzmauer befindet sich das Lagegleis f├╝r den G├╝terschuppen, an den sich links und rechts jeweils eine Laderampe anschlie├čt. An der vom Gleis aus gesehenen rechten Seite soll sp├Ąter die offene G├╝terhalle entstehen. Hier f├Ąllt die Laderampe schmaler aus, da an der Stra├čenseite auch ein Gleis, welches dann unter dem Dach liegt, verlegt wurde.

Nach dem Vorbild einer ├ťberdachung am Bahnhof “Hagen Vorhalle” wurden die Fachwerkbinder am Zeichenbrett konstruiert und aus Kunststoffprofilen nachgebildet.

Nach der farblichen Behandlung wurden die einzelnen Fachwerke auf dem vorbereiteten Diorama eingebaut und in der H├Âhe zum G├╝terschuppen ausgerichtet

Zur Stabilisierung dienen die in L├Ąngsrichtung eingeklebten Verstrebungen aus Kunststoffprofilen und die aus Messingdraht bestehenden Windverb├Ąnde. Am Fu├če der senkrechten Stahlprofile wurde aus kleinen Gipspl├Ąttchen jeweils ein Anfahrschutz in Form eines Sockels angebracht. Zur Probe wurde schon eine dem Verlauf der Fachwerkbinder angepasste Dachplatte aufgelegt.

Gestaltung der Laderampen

Die Seitenw├Ąnde der Laderampen entstanden ebenfalls aus Gipsabg├╝ssen. Diesmal aus dem SP├ľRLE – Formensatz f├╝r Betonrampen (1050). Die Seitenw├Ąnde wurden passend mit einer Trennscheibe abgel├Ąngt, mit Schmirgelpapier nachgearbeitet und dann mit Wei├čleim aufgeklebt. Den Zwischenraum f├╝llt eine passend zugeschnittene Styroporplatte, die bis etwa 3 mm unter die Oberkante der Seitew├Ąnde reichte. Die Fl├Ąche wurde dann mit Gips aufgef├╝llt, der nach dem Aush├Ąrten geschliffen wurde. Nach eigenen Vorstellungen angebrachte Treppenl├Ąufe erm├Âglichen den Aufstieg auf die Laderampe. Vor der Gleisverlegung wurden die beiden Laderampen und die Betonst├╝tzmauern mit Acrylfarben behandelt.

Der Blick des tieferstehenden Betrachters offenbart die filigrane Konstruktion der an den G├╝terschuppen angebauten Lagerhalle.

Wellblechplatten von Brawa bilden das Dach der offenen G├╝terhalle. Wie schon beim G├╝terschuppen besteht das Firstprofil aus einem Pappstreifen. Durch die farbige Gestaltung erhielt die Dachfl├Ąche ein realistisches Aussehen.

Die Gel├Ąnder bzw. Handl├Ąufe an den Treppenaufg├Ąngen wurden aus gebogenem und verl├Âtetem Messingdraht mit 0,5 mm Durchmesser hergestellt und danach hellgrau lackiert.

Dach, Gel├Ąnder, Handl├Ąufe

Ladestra├če und Gleise

Der Belag der Ladestra├če entstand aus Granitsplitt von ASOA (1206). Der Splitt wurde mit verd├╝nntem Wei├čleim zu einer Spachtelmasse anger├╝hrt und dann fl├Ąchig aufgebracht. Ein kleines Holzprofil diente als Absperrung zu dem ladestra├čenseitigen Gleis. Es kam ausschlie├člich Elite - Flexgleis (85125) von TILLIG zur Anwendung. Es wurde entsprechend abgel├Ąngt, ausgerichtet und vor dem Aufkleben farblich behandelt. Dabei sind die Schienenprofile zuerst mit Rostfarben lackiert worden. Anschlie├čend wurden die Schwellen mit Holzfarben graniert. Dann erfolgte der Einbau mit Alleskleber auf dem Diorama. Als Schotter wurde Diabasschotter von ASOA (1411) vorsichtig eingestreut, mit einem kleinen Pinsel drapiert und schlie├člich nach dem Aufspr├╝hen von Flie├čmittel (4013) mit ASOA – Schotterkleber (4011) verklebt.

Die offene G├╝terhalle

Vor der Begr├╝nung wurde nun die offene G├╝terhalle gebaut. Die Halle entstand aus sechs einzelnen Fachwerkgebinde. Als Vorlage dient dabei die Form des Giebels des G├╝terschuppens. So wurden der Dachverlauf und die H├Âhe des Schuppens ├╝bernommen. Auf der Gleisseite stehen die Gebindest├╝tzen (I-Profile) auf der Laderampe, w├Ąhrend sie auf der anderen Seite zwischen der Ladestra├če und dem Ladegleis stehen, da die Gebinde hier das Ladegleis ├╝berspannen. Als tragende Konstruktion f├╝r das Dach wurde ein Fachwerk auf dem Zeichenbrett konstruiert. Auf der Zeichnung als Vorlage erstellte man dann aus verschiedenen Kunststoffprofilen die einzelnen Gebinde (Siehe Zeichnung). Nach einer Grundierung (Weinert 2698) und einer Spritzlackierung mit Hellgrau (Revell 75) erfolgte der Einbau. Dazu wurden in gleichem Abstand L├Âcher in den Hartschaum gebohrt und die Gebinde dann eingeklebt. Dabei gab der in das Diorama eingesetzte G├╝terschuppen die H├Âhe vor. Zwischen den Gebinden wurden dann horizontale Riegel eingesetzt. Diagonale Windverb├Ąnde aus Messingdraht mit 0,4 mm Durchmesser tragen weiter zur Stabilit├Ąt bei, wobei der horizontale Halt hier durch den fest mit der Lagerhalle verbundenen G├╝terschuppen gegeben wird.

F├╝r die Dachhaut bedient man sich der Wellblech-Dachplatten von BRAWA (2855). Diese mussten zun├Ąchst der Konstruktion angepasst werden. Dabei half wieder ein feiner Einschnitt auf der Unterseite, um den geraden Knick zum abgeschleppten Bereich an der Gleisseite herstellen zu k├Ânnen. Vor dem Aufkleben der Dachplatten wurden die Unterseiten in verschiedenen Graut├Ânen mit dem Pinsel lackiert. Auch bei diesem Dach diente wieder ein schmaler, in der Mitte geknickter Pappstreifen als Firstprofil. Ebenso erhielten die Ortg├Ąnge wieder ein senkrechtes Kunststoffprofil von 2,5 x 0,5 mm als Abschluss. Ein paar Verwitterungsspuren auf dem Dach und an der Konstruktion runden die Arbeiten an der offenen G├╝terhalle ab.

Nun galt es, dem Arbeitsschutz noch ein wenig Gen├╝ge zu tun und das ein oder andere Gel├Ąnder bzw. den Handlauf anzubringen. Die Absturzsicherung an der Gleisseite, von der Laderampe zum tiefer liegenden Gleis, erfolgte mit Gel├Ąnderpfosten (S1) von PETAU und zwei Messingdr├Ąhten von 0,5 mm Durchmesser. Auch die Handl├Ąufe bzw. Gel├Ąnder an den Treppenanlagen zu den Laderampen entstanden aus Messingdr├Ąhten (├ś 0,5 mm), die entsprechend zusammengel├Âtet wurden. Die Gel├Ąnder und Handl├Ąufe erhielten eine Grundierung mit Weinerts Haftgrund (2698) und wurden dann hellgrau (Revell 75) lackiert.

Vegetation und Details

Abschlie├čend kam nun noch der ÔÇ×gr├╝ne Damen“ zum Einsatz. Die Fl├Ąchen mit Bewuchs erhalten einen Auftrag mit ÔÇ×Erde“ (171370) von FALLER und wurden dann mit Gel├Ąndekleber von ASOA (4014) verklebt. Nach dem Austrocknen des Klebers erfolgte die Begr├╝nung mit einem Elektrostatten. Dabei wurden zun├Ąchst mittelgr├╝ne, kurze Fasern (z.B. HEKI 3365) aufgeschossen. In einem zweiten Arbeitsgang folgten dann von MiniNatur mittellange Fasern in der Farbe ÔÇ×Fr├╝hherbst“ (004-23). Da sich unmittelbar an den St├╝tzmauern und Laderampenw├Ąnde kein elektrostatisches Feld aufbaute, mussten in diesen Bereichen extra erstellte oder bereits fertig erworbene Grasb├╝schel ÔÇ×gepflanzt“ werden. Nach dem Austrocknen des Klebers kann man die Farbe durch Granieren mit den gew├╝nschten Farbt├Ânen noch nach Belieben ver├Ąndern. Ein paar mittelgr├╝ne Flocken von HEKI (HEKI-flor 1551) und der ein oder andere Strauch (z.B. von EMB-Modellbau) runden die Begr├╝nung ab.

Zur Begr├╝nung des kleinen Dioramas wurden Kunststofffasern mit einem Elektrostaten “aufgeschossen”, w├Ąhrend kleine Grasb├╝schel und verschiedene Begr├╝nungsmaterialien mit Alleskleber aufgeklebt wurden.

Von dem freien Giebel des G├╝terschuppens f├Ąllt der Blick durch die flligrane Konstruktion der an der anderen Seite angebauten, offenen Lagerhalle.

Unter dem gro├čen Dach der Laderampe k├Ânnen die G├╝ter trocken ver- und entladen werden.

Nun steht dem ersten Be- oder Entladevorgang nichts mehr im Wege. Einige Transportkisten, Gittercontainer und Europaletten auf den Laderampen und am G├╝terschuppen arrangiert und schon k├Ânnen die ersten Wagen zur Laderampe vorrollen…

Die Beitr├Ąge ├╝ber den G├╝terschuppen und die Lagerhalle sollen zeigen, dass man mit etwas Kreativit├Ąt und ein wenig handwerklichem Geschick neue individuelle Modelle schaffen kann. Dabei kommt es nicht immer auf die absolut ma├čst├Ąbliche Wiedergabe an, solange das neu Erschaffene plausibel erscheint. Das Vorbild gibt hier unz├Ąhlige Anregungen, die nur darauf warten, als Unikat auf Ihrer Anlage zu entstehen

An der offenen Lagerhalle wurde die Dachform des G├╝terschuppens ├╝bernommen. Durch allerlei Ladeg├╝ter und ein paar Preiserlein erwacht die Szene zum Leben.

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