Aus einem Guss - neue BausÀtze aus Resin

Schon ist es mit der Pause vorbei, eine V 20 naht zur Betankung. Das im Bausatz fehlende GelÀnder der Tankstelle entstand aus Messingdraht

Kleinkokschuppen von Heico in 1:87

Die Firma Heico Modell, weithin als Hersteller feiner GĂŒterwagen- und LKW-Beladungen bekannt, fĂŒhrt seit kurzer Zeit auch GebĂ€udebausĂ€tze in ihrer Produktpalette. Die Bauteile werden aus Resinguss gefertigt und sind bestehenden Vorbildern nachempfunden. In diesem Beitrag wird der Bau des Kleinlokschuppens beschrieben.

Wie bei allen Modellen des Coburger Herstellers, dient ein vorhandenes GebĂ€ude als Vorbild. Der Kleinlokschuppen steht im Bahnhof von Scheeßel im Hamburger Raum. Es ist ein kleines GebĂ€ude mit verputzten WĂ€nden und einem Wellblechdach. Eine kleine Tankstelle ermöglicht die Direktversorgung der GerĂ€tschaften. Im Neuheitenblatt fĂŒr das Jahr 2002 wird der November als Liefertermin fĂŒr dieses Modell avisiert, jedoch wurde nicht nur dieses, sondern auch eine Reihe andere GebĂ€udebausĂ€tze aus dieser Serie bereits jetzt ausgeliefert. Die restlichen Modell-Neuheiten folgen nach Angabe des Herstellers bis zum November. Der Kleinlokschuppen, wie auch alle anderen GebĂ€ude, sind in den drei BaugrĂ¶ĂŸen HO, N und Z erhĂ€ltlich.

Der Kleinlokschuppen im Modell

Der Bausatz (Nr. 37005) besteht aus wenigen Bauteilen, die aus Resin gegossen sind. Resin ist ein Kunstharz, mit dem sich feinste Strukturen nachbilden lassen. Bei den Modellbahnern bekannt wurde es vor einigen Jahren durch die Schiffs- und GebĂ€udebausĂ€tze der niederlĂ€ndischen Firma Artitec. Inzwischen produzieren verschiedene Hersteller BausĂ€tze aus diesem Werkstoff. Die Bauteile zeichnen sich durch filigrane Detailnachbildungen aus. Bei diesem Bausatz sind die SeitenwĂ€nde, die Dachplatten, Tore und sogar die Regenrinnen aus Resin gegossen. DĂŒnne, bedruckte Transparentfolien dienen als FenstereinsĂ€tze. Um auch Details wie die Regenfallrohre nachbilden zu können, liegen dem Bausatz DrĂ€hte bei. Eine gute und ausfĂŒhrliche mit einigen Tips versehene Bauanleitung runden das Bild ab.

WĂ€hrend die wenigen, fein gestalteten hauptbauteile aus Resin sind, dienen dĂŒnne, bedruckte Folien als Fenster. Stabile DrĂ€hte sind zu Nachbildung der Regenfallrohre beigefĂŒgt

Nachdem alle Teile geschliffen und gegebenenfalls begradigt sind, werden sie mit Sekundenkleber-Gel zusammengefĂŒgt

Die farbliche Gestaltung kann nach eigenen Vorstellungen, ohne Grundierung, mit handelsĂŒblichen Modellbaufarben, ausgefĂŒhrt werden

Leider ist das Modell, auch wenn er maßstĂ€blich dem Vorbild nachempfunden wurde, fĂŒr einen Köf-Lokschuppen etwas zu klein geraten. So passt eine „Brawa“ Köf I weder in der Höhe durch die Toröffnung, noch der LĂ€nge nach in den Schuppen. Aber dieser Schuppen muß auch nicht zwingend zum Unterstellen von Kleinlokomotiven genutzt werden. Denn gerade im Bereich der Bahn sind beim Vorbild ĂŒberall kleine Schuppen als UnterstĂ€nde oder WerkstĂ€tten zu finden.

Aufbau und Farbgebung

Zuerst mĂŒssen alle Teile geschliffen werden, um die Grate zu entfernen. Dabei ist darauf zu achten, dass das Material gleichmĂ€ĂŸig abgetragen wird, damit die Wanddicken nicht unterschiedlich sind. Dies wĂŒrde beim Verkleben zu Spannungen im Material fĂŒhren. Das ZusammenfĂŒgen der Bauteile erfolgt mittels Sekundenkleber-Gel. Da dieses etwas langsamer wirkt, hat man genug Zeit um die Teile auszurichten. Dabei ist es wichtig, dass die Wandteile rechtwinkelig zueinander stehen. Ein kleiner Winkel, oder ein rechteckiger Holzklotz sind beim genauen Ausrichten sehr nĂŒtzlich. Wer die Grundfarbe mit der Spritzpistole auftragen möchte, sollte die Dachplatten und Tore spĂ€ter ankleben, um sich das lĂ€stige Abkleben zu ersparen. Die farbliche Ausarbeitung der Details erfolgt mit dem Pinsel und ist dank der vorstehenden und scharfkantigen Strukturen recht einfach.

Eventuell vorhandene Fehlstellen (GasblĂ€schen) sollten vorher mit Modellspachtel verschlossen werden. Als Farben sind alle gĂ€ngigen Modellbaufarben verwendbar. In der Bauanleitung findet man einen Vorschlag auf der Grundlage der Revell-Farbpalette. NatĂŒrlich kann die farbliche Gestaltung auch frei gewĂ€hlt werden. Zum Beispiel sind bei dem abgebildeten Modell folgende Revell-Farben verwendet worden: Die WĂ€nde wurden „kieselgrau“ (Nr. 75 - RAL 7032), das Dach „basaltgrau“ (Nr. 77 - RAL 7012) und die Tore „silber“ (Nr. 90 - RAL 9006) lackiert. Die vorstehenden Profile erhielten einen „schilfgrĂŒnen“ Anstrich. Da nur matte Farben verwendet werden sollen, wurde dieser seidenmatten Farbe etwas Mattierungsmittel - ebenfalls von Revell - beigefĂŒgt. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, kann das Modell zusammengesetzt werden. Neben dem Dach und den Toren, können nun auch die Regenrinnen und Fallrohre angebracht werden, ebenso sind die Fensterfolien einzukleben. Damit sind alle in der Bauanleitung beschriebenen Arbeiten abgeschlossen. Doch der Schuppen kann noch verfeinert werden.

Verfeinerungen

Um die Materialdicke der Dachlatten zu kaschieren, wurden Profile von Evergreen als Ortgangverkleidung en angebracht

Um die Materialdicke der Dachplatten zu kaschieren, wurden als OrtgÀnge Kunststoffprofile in der Abmessung von 0,5 x 1,5 mm angeklebt. Beim Sockel der Tankanlage wurden die oberen beiden Schichten des Mauerwerkes verspachtelt, um eine Betonplatte nachzubilden. Ebenso wurden die Stufen so verspachtelt, dass man den Eindruck erhÀlt, dass es sich um Betonblockstufen handelt. Um der Arbeitssicherheit gerecht zu werden, erhielt der Mauerwerkssockel noch ein GelÀnder aus 0,5mm Messingdraht, das entsprechend verlötet wurde.

Die Alterung

Die Verwitterungsspuren wurden mit den bekannten Techniken mit verdĂŒnntem Schwarz, ausgewischten Pinseln mit grauer Farbe und Farbpulvern aufgebracht. Diese Arbeitsschritte entsprechen denen, wie sie in vorangegangen BeitrĂ€gen bei den GĂŒterwagen beschrieben wurden.

Ein prĂŒfender Blick auf den Betankungsvorgang, wĂ€hrend zum nahenden Feierabend schon die Tore des Schuppens geschlossen werden. Der Kleinlokschuppen von Heico ist universell einsetzbar und kann auch als einfache Werkstatt genutzt werden.

Fazit – Der “Baustoff” ist sehr gut im Bereich des Modellbaus einzusetzen. Mit ihm können die Bauteile sehr filigran und scharfkantig abgebildet werden. Bearbeiten lĂ€sst sich das Harz mit den bekannten, im Modellbau ĂŒblichen, Werkzeugen. Die Klebeverbindungen durch Sekundenkleber sind kraftschlĂŒssig und lassen ein schnelles Arbeiten zu. Ebenso haften alle gĂ€ngigen Modellbaufarben ohne Grundierung und decken schon nach dem zweiten Farbauftrag zufriedenstellend. Auch wenn man dieses Modell nicht als Lokschuppen nutzen will, handelt es sich durch seine schlichte, aber doch filigrane Form um eine willkommene ErgĂ€nzung jeder Anlage.

[Home] [Geschichte] [Publikationen] [... bis 2003] [2003 bis 2005] [2006 bis 2008] [2009 bis 2010] [2011 bis ...] [Kontakt] [Links]