WĂ€hrend dieses Lied allgemein mit Frohsinn und Geselligkeit verbunden wird, bedeutet es fĂŒr den Eisenbahner zumeist eine schweißtreibende Art der Fortbewegung. Denn im Gegensatz zu den luftbereiften Kollegen der Straße benötigen Fahrraddraisinen einen wesentlich grĂ¶ĂŸeren Kraftaufwand.

Das Vorbild

Der Ursprung der Draisinen ist auf die Erfindung des Karlsruher Forstmeisters Karl von Drais vollstĂ€ndig: “Karl-Wilhelm-Friedrich-Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn”  Er erfand Anfang des 18. Jahrhunderts eine Laufmaschine, bei der man sich mit den FĂŒssen vom Boden abstoßen musste. Daraus entwickelte sich unser heutiges Fahrrad. Gleichzeitig wurden fĂŒr die SchienenstrĂ€nge muskelbetriebene Fahrzeuge konstruiert. So entstanden neben den Hebeldraisinen auch Fahrzeuge die einen Fahrradaufbau erhielten. Hier setzten sich zwei Konstruktionen durch. Bei der einen befand sich das Fahrrad ĂŒber einem Gleis und stĂŒtzte sich durch ein zusĂ€tzliches Rad (dreirĂ€drig) auf dem Nachbargleis ab. Die andere AusfĂŒhrung rollte auf vier RĂ€dern und das Fahrrad war zwischen den Gleisen angeordnet. Mit der technischen Entwicklung und der Erfindung von Benzinmotoren entstanden weitere AusfĂŒhrungen die nicht mehr mit Muskelkraft betrieben, und immer komfortabler wurden.

Ein seltener, aber interessanter Anblick – die Fahrraddraisine von Weinert

Auch die Gleisrotte ist um jedes Transportmittel verlegen. Aufschlussreich ist der GrĂ¶ĂŸenvergleich mit dem GĂŒterwagen im Hintergrund

Der Weinert-Bausatz:

Aus dem Bausatz von Weinert (HO-Modell: Nr. 3213) entsteht die vierrĂ€drige AusfĂŒhrung einer Fahrraddraisine. Sie ist in unterschiedlichen BaugrĂ¶ĂŸen und Spurweiten erhĂ€ltlich und besteht aus einer Messing-Ätzplatte und vier  Neusilber-Radreifen. Aus der Messingplatine sind acht Innenteile fĂŒr die Radreifen und zwei Teile, aus denen das Modell erstellt wird, herauszutrennen. Zur besseren StabilitĂ€t empfiehlt es sich diese beiden Teile miteinander zu verlöten. Dabei ist darauf zu achten, dass sich die hintere Achse nach dem verbinden der teile auch noch durchstecken lĂ€sst. Vor dem weiteren Zusammenbau sind alle Messingteile erst zu grundieren und dann zu lackieren, zum Beispiel in blau (Revell Nr. 52). Ist das geschehen, werden die Innenteile zentrisch in die Radreifen geklebt. Dies muss sehr genau erfolgen, damit die RĂ€der spĂ€ter auch rund rollen. Nun folgt das Aufachsen der RĂ€der. Dazu sind vorher die Achsen entsprechend der Spurweite, am besten unter Zuhilfenahme eines GleisstĂŒckes, passend abzulĂ€ngen.

Nun können noch einige Details, wie Lenker, Sattel, Kette und Pedale farblich abgesetzt werden - und der Jungfernfahrt steht nichts mehr im Wege. FĂŒr die grĂŒne Fahrraddraisine wurde aus 0,3 mm Messingdraht noch ein kleiner Transportkorb in Eigenregie gebastelt. Als Bodenplatte wurde die durchbrochene Trittplatte eines Weinert-Rangiertritts (Nr. 8690) verwendet. Ob solo oder mit einem Preiserlein auf “grosser” Fahrt; auch dieses Modell aus dem Hause Weinert ist ein Blickfang.

FĂŒr die Bahnbediensteten war es nicht immer eine Spazierfahrt. Denn um mit einer Fahrraddraisine zĂŒgig vorwĂ€rts zu kommen benötigt man viel Kraft

Bei einem „Tag der offenen TĂŒr“ im GĂŒterbahnhof sorgt die kleine Fahrraddraisine aus vergangenen Zeiten fĂŒr einiges Aufsehen bei großen und kleinen Besuchern

Die Hauptbestandteile des Weinert-Bausatzes sind das MessingĂ€tzblech  und die Radreifen aus Neusilber. Ein Fahrgestell ist bereits blau lackiert worden

Der selbstgefertigte Transportkorb ermöglicht es kleine GegenstĂ€nde, wie zum Beispiel eine Milchkanne (Weinert Nr. 3224), mitzufĂŒhren.

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