‚ÄěEine Blockstelle f√ľr alle F√§lle“

Die neue Blockstelle von Heico k√∂nnte aufgrund ihrer n√ľchternen und zweckm√§√üigen Architektur in allen Bereichen Deutschlands zu finden sein.

Im Herbst des vergangenen Jahres hat die Firma Heico aus Coburg mit der Auslieferung ihrer ersten Geb√§udemodelle begonnen. Den Kleinlockschuppen aus dem Bahnhof ‚ÄěSchee√üel“ haben wir bereits im November vorgestellt. Nun ist die Blockstelle ‚ÄěRainweg“, deren Bau hier beschrieben wird, lieferbar.

Vorbild

Die Blockstelle ‚ÄěRainweg“ geh√∂rt aufgrund ihrer Architektur zu den neueren Bauwerken der Bahn. Obwohl das Vorbild aus dem Hamburger Raum stammt, k√∂nnte es in allen Landesteilen zu Hause sein. Als Kombination aus Mauerwerk und Stahlbeton ist dieser n√ľchterne Zweckbau in den 60er Jahren entstanden. Die gradlinige Architektur wird durch die einfache Grundform bestimmt. Die gro√üe Fensteranlage und das weit auskragende Dach setzen besondere und charakterisierende Akzente. Dank der klaren Formen l√§sst sich das Stellwerk sowohl auf norddeutschen Anlagen, als auch im Ruhrgebiet oder in s√ľddeutschen Motiven einsetzen.

Das HO-Modell

Wie schon bei dem Kleinlockschuppen, bestehen die Hauptbestandteile der Blockstelle (HO: 37004) aus Resinguss. F√ľr die gro√üe Fensteranlage im Obergeschoss liegt ein Messing√§tzteil bei. Die Fenster- bzw. Fensterscheiben werden mit einer Transparentfolie dargestellt. Ein geschw√§rztes Messingdrahtst√ľck dient zur Darstellung des Regenfallrohres. Gegen√ľber der Abbildung im Neuheitenblatt und auf der Schachtel, sind einige Ver√§nderungen am Modell vorgenommen worden. So wurde ein Betonband, das die Geschossdecke andeutet, in der Fassade integriert. Der Kamin oberhalb des Daches ist nicht mit strukturiertem Ziegelmauerwerk, sondern verputzt dargestellt. Daf√ľr hat der Eingang ein anzuklebendes Vordach erhalten, w√§hrend an der Vorderfront eine Stromleitung modelliert und zur Ausstattung eine Ger√§tekiste beigef√ľgt wurde.

Der Aufbau

Der Zusammenbau erfolgt mit Sekundenkleber-Gel. Dies erlaubt, die Teile beim Zusammenkleben noch ausrichten zu k√∂nnen. Vorher sind die Teile auf Ebenheit zu pr√ľfen und gegebenenfalls nach einem hei√üen Wasserbad zu richten. Ebenso gilt es, die Gehrungen der einzelnen Geb√§udeplatten zueinander herzustellen. Dazu eignet sich am besten ein gr√∂√üeres St√ľck Schleifpapier, das auf einer Ebene befestigt wird. Wenn man dann das Geb√§udeteil an einer Lehre vorbeizieht, ist die gr√∂√ütm√∂gliche Sicherheit gegeben, einen geraden Verlauf der Gehrung zu erhalten. Leider ist dies bei dem abgebildeten Modell nicht ganz gelungen. So weisen die vorderen Geb√§udeecken kleine Unebenheiten auf, die durch einen Efeubewuchs sp√§ter retuschiert werden k√∂nnten. Nachdem die Geb√§udeteile zusammengef√ľgt, die Zwischendecke und die R√ľckwand des Bedienerraumes eingeklebt sind, wird das Bauteil mit dem gro√üen Fensterelement montiert. Dazu ist das Messing√§tzteil vorsichtig zu biegen (die Nut liegt dabei innen!) und auf der Fenstergrundplatte aufzukleben.

Neben den Wandteilen aus Resinguss, liegen dem Bausatz ein Messing-√§tzteil f√ľr die Fensterfront im Obergeschoss und Folien f√ľr die Fenster bei.

Nach dem Zusammenbau der einzelnen Baugruppen und vor dem Lackieren sollten die Geb√§udeteile auf Passgenauigkeit gepr√ľft werden.

Leider ist es nicht gelungen das Dach zu richten und da auch die angegossenen Regenrinnen nicht √ľberzeugen k√∂nnen, entsteht ein neues Dach aus einer 1mm dicken Kunststoffplatte (Busch 7203). Die Regenrinnen steuert die Restekiste bei. Um ein Bitumendach nachzubilden, werden ‚ÄěTesa“-Streifen – leicht √ľberlappend – aufgeklebt. Danach lassen sich die drei Hauptbauteile – Geb√§ude, gro√ües Fensterelement und Dach - provisorisch zusammenf√ľgen. Passt alles, folgt die farbliche Behandlung der einzelnen Baugruppen.

Die Farbgebung

Um die filigranen und vor allem scharfkantigen Strukturen des Resingusses gut zur Geltung kommen zu lassen, greift man hier am besten zur Spritzpistole. Das Geb√§ude erh√§lt eine Lackierung aus ziegelrot (Revell 37), dass mit etwas gelb (Revell 15) aufgehellt wird. 

Das Dach wird matt, schwarz (Revell 8) lackiert. W√§hrend das Geb√§ude und das Dach laut Herstellerangabe keine Grundierung ben√∂tigen, ist es bei dem Messing√§tzteil der Fensteranlage f√ľr eine bessere Haftung der Farbe ratsam. Danach folgt die Lackierung mit Model Master ‚Äěresedagr√ľn (1716). Sind die Teile durchgetrocknet, wird das Fensterelement ein- und das kleine Vordach angeklebt. Damit die Preiserlein die Blockstelle m√ľhelos erreichen k√∂nnen, bekommt der Eingang noch eine angeklebte Stufe aus einem Evergreenprofil von 2x3,2mm. Danach sind die Details farblich abzusetzen. So erhalten alle Betonteile, wie der Sockel, die Stufe, die Zwischendecke mit dem Vordach, das Fenstergesims und die √§u√üere Untersicht des Daches, einen Anstrich in mausgrau (Revell 45). In der gleichen Farbe wird auch der Boden des Bedienerraumes gestrichen, w√§hrend die W√§nde, die Ablage vor dem Fenster, die Raumdecke und der Kamin wei√ü (Revell 5) angestrichen werden. Die T√ľre setzt man mit ocker (Revell 88) und die Stromleitung an der Vorderfront in graphitgrau (Revell 78) ab. Alle Stahlteile, wie Eingangst√ľre, Regenrinnen und Regenfallrohr, werden, wie das gro√üe Fensterelement, resedagr√ľn lackiert. Diese Teile l√§sst man nun einige Tage durchtrocknen, bevor sie gealtert werden.

Feinarbeit

In der Zwischenzeit kann man die Fenster verfeinern. Dem Bausatz sind bedruckte Folien beigef√ľgt. Auf ihnen stellen braun aufgedruckte Rechtecke die Fensterrahmen dar. Um den Fenstern eine plastische Struktur zu geben, werden wei√üe Evergreenprofile (0,5x2mm) auf diese Folien geklebt. Sie bilden ein Rechteck, das etwas gr√∂√üer als der braune, aufgedruckte Fensterrahmen ist. Die Fenster ben√∂tigen keinen Anstrich, da sie wei√ü bleiben sollen. Alle Fenster und Fensterfolien werden erst nach dem Altern eingeklebt, um zu verhindern, dass sie verschmutzen. Das Altern des Geb√§udes erfolgt mit dunkelgrauer, stark verd√ľnnter Farbe. Diese wird nach dem Antrocknen mit einem, in Verd√ľnner leicht getr√§nkten Kosmetiktuch, von der Oberfl√§che wieder vorsichtig abgewischt. Nun setzt man auf dem Mauerwerk mit aufgehellter Grundfarbe einige Lichter. Dazu nimmt man mit einem Katzenzungenpinsel etwas Farbe auf und wischt den Pinsel nahezu vollst√§ndig wieder aus. Mit dem fast trockenen Pinsel werden dann die Kanten betont. Die Dachhaut nebelt man mit basaltgrau (Revell 77) ein. Sp√§ter es wird mit Rainerhagen ‚ÄěDachpappenpuder“(6041D) eingepudert und erh√§lt so sein mattes Aussehen.

Bevor das Dach aufgeklebt wird, gilt es noch den Bedienerraum zu best√ľcken. W√§hrend in diesem Fall ein altes Faller-Stellwerk seiner Einrichtung beraubt wurde, ist es heute m√∂glich, auf entsprechendes Zubeh√∂r zur√ľckzugreifen.

Vor dem farblichen Absetzen der Details, wird das große Fensterelement eingeklebt. Die Ausstattungsgegenstände liegen schon zur Montage bereit.

Zur Nachbildung der Fensterrahmen werden Evergreen-Profile auf die Fensterfolie geklebt.

Das Dachelement wurde durch eine Kunststoffplatte ersetzt und mit Dachrinnen versehen. Die bituminöse Dachabdichtung wird durch Tesastreifen nachgebildet. Der Kamin erhält eine Abdeckung als Witterungsschutz.

So wurde im vorletzten NeuheitenKurier die Zubeh√∂rpackung 129118 von Faller vorgestellt. Ein Schreibtisch von Preiser und zwei Bedienstete komplettieren den Bedienerraum. Der nackte Kamin erh√§lt noch eine Abdeckung um zu verhindern, dass Regenwasser in den Kamin eindringt. Dazu werden auf den Ecken 0,3 mm L√∂cher gebohrt, kurze Messingdr√§hte ein- und ein quadratisches Restst√ľck der Fensterfolie aufgeklebt. Die Abdeckung wird aluminiumfarben (Revell 99) angestrichen und mit matt, schwarzen Ru√üspuren versehen. Nun folgen die Fenster. Nachdem sie eingeklebt sind, wird im Innenraum mit etwas Abstand eine schwarze Pappe eingeklebt. Sie verhindert, dass der Blick des Betrachters auf die gegen√ľberliegende Wand f√§llt.

So werden R√§ume im Inneren des Geb√§udes vorget√§uscht. Das Einkleben der Eingangst√ľre und das Anbringen des Regenfallrohres auf der R√ľckseite schlie√üen die Arbeiten ab.

Jedes Modell ein Unikat

Das fertiggestellte Modell √ľberzeugt durch seine stimmigen Proportionen. Dank des Werkstoffes Resin sind alle Bauteile und Details scharfkantig und filigran nachgebildet. Ebenso erm√∂glicht dieser Werkstoff, neben dem z√ľgigen Arbeiten durch die Verwendung von Sekundenkleber und den Vorfall von Grundierungsarbeiten, ein leichtes Bearbeiten der Bauteile. Nat√ľrlich sind solche Modelle, allein durch die farbliche Gestaltung, aufwendiger als herk√∂mmliche Kunststoffmodelle; jedoch entsteht dadurch auch aus jedem Bausatz ein Unikat und der Erbauer wird angeregt, seine eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Bleibt zu beobachten, wie sich solche Modelle am Markt und damit beim Modelleisenbahner durchsetzen. Bei diesem Modell wird es sicherlich so sein, dass es dank seiner kleinen Grundabmessungen und seiner √∂rtlich ungebundenen Architektur auf jeder Anlage seinen Platz finden wird.

Das große Fensterelement prägt den Charakter der Blockstelle

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